32 Raketen auf Israel gerichtet: IDF zerstört Hisbollah-Stellung und warnt vor neuem Großangriff
Nur Tage nach der Sprengung des Hisbollah-Bollwerks Ali Taher findet die IDF weitere schussbereite Raketen im Südlibanon. Israels Nordkommando warnt zugleich: Die Terrororganisation beobachtet die israelischen Stellungen, zieht Lehren und bereitet sich auf die nächste Runde vor.

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Die Sprengung der gewaltigen HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Anlagen unter dem Ali-Taher-Höhenzug war ein schwerer Schlag gegen die vom Iran aufgebaute Terrorarmee im Libanon. Sie bedeutete jedoch nicht das Ende der Bedrohung. Wenige Tage später stoßen israelische Soldaten bereits auf weitere Waffenstellungen, während die Führung des Nordkommandos davor warnt, die geschwächte Hisbollah mit einer besiegten Organisation zu verwechseln.
Soldaten der 55. Brigade unter der 91. Division entdeckten im israelischen Sicherheitsraum im Südlibanon ein Hisbollah-Versteck mit einem unterirdischen Schacht und schussbereiten Raketenwerfern. In den Werfern befanden sich 32 Raketen, die auf israelisches Gebiet ausgerichtet waren. Die Stellung, der Schacht und die Waffen wurden zerstört. Nach Angaben der IDF waren die Raketen bereits vor Inkrafttreten der Waffenruhe dort zurückgelassen worden. Sie sind damit kein Beleg für eine neue Lieferung nach dem Abkommen, zeigen aber, wie viel vorbereitete TerrorinfrastrukturTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen weiterhin im Gelände verborgen liegt.
Parallel meldete die Armee weitere Funde im Gebiet des Har Dov. Soldaten der 810. Gebirgsbrigade entdeckten dort Raketen und einen Werfer der Hisbollah. Schon seit Monaten räumt die Einheit in dem schwer zugänglichen Grenzgebiet Waffenlager, Abschussstellungen und unterirdische Anlagen. Die IDF erklärte bereits Anfang September, dass die 55., 769. und 4. Brigade systematisch Panzerabwehrraketen, RPGs, Werfer, Sprengsätze und weitere Waffen beseitigen.
Die jüngsten Funde passen deshalb zu einem Muster: Jahrzehntelang hat die Hisbollah den Südlibanon nicht nur als Aufmarschgebiet genutzt, sondern als vorbereiteten militärischen Raum gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen. Waffen wurden in Häusern, Vegetation und Tunnelsystemen versteckt, Abschussstellungen auf israelische Ortschaften ausgerichtet und unterirdische Infrastruktur mit iranischer Hilfe aufgebaut.
Ali Taher zerstört – doch die Hisbollah lernt weiter
Erst am 10. September hatte Israel das bislang sichtbarste Symbol dieses Systems beseitigt. Unter dem Ali-Taher-Höhenzug zerstörte die IDF zwei Tunnelrouten von mehr als zwei Kilometern Länge, die als Kommando- und Versorgungszentrum der Badr-Division der Hisbollah dienten. Dort fanden Soldaten iranische Raketen, Drohnen, Panzerabwehrwaffen, Minen und weitere Sprengmittel. Mehr als 1.100 Tonnen Sprengstoff wurden eingesetzt, um die Anlage zu vernichten.
Für die Hisbollah war der Verlust doppelt schwer. Das über rund zwei Jahrzehnte mit iranischer Unterstützung aufgebaute System wurde nicht nur entdeckt, sondern von israelischen Kräften übernommen, geräumt und anschließend vollständig zerstört. Teherans vorherige Warnungen verhinderten die Operation nicht.
Doch gerade nach diesem Erfolg warnt das israelische Nordkommando vor Selbstzufriedenheit.
Nach Einschätzung israelischer Offiziere beobachtet die Hisbollah die Tätigkeit der IDF sehr genau, analysiert Bewegungsmuster und versucht, neue Guerillazellen unterhalb der israelischen Aufklärungsschwelle einzusetzen. Ein dauerhaft statisches israelisches Vorgehen könne deshalb mit der Zeit gefährlich werden und Soldaten das Leben kosten. Die Terrororganisation sei schwer getroffen, aber weiterhin lernfähig und warte auf eine Gelegenheit für einen bedeutenden Angriff.
Diese Warnung ist entscheidend. Israels Ziel im Südlibanon kann nicht allein darin bestehen, einmal eroberte Positionen zu halten. Wer einer Terrororganisation gegenübersteht, die jeden Kontrollpunkt, jede Patrouillenroute und jede Reaktionszeit untersucht, muss ständig wechseln, aufklären und offensiv handeln.
Die IDF beschreibt genau diese Linie als Verbindung von Verteidigung und Angriff. Die Hisbollah habe ihre Waffen nicht niedergelegt und mehrfach Sprengdrohnen gegen israelische Soldaten im Sicherheitsraum eingesetzt. Die Armee wertet dies als Verletzung der Vereinbarungen vom 19. Juni und als Teil eines Versuchs, militärische Fähigkeiten wiederherzustellen.
Damit wird auch verständlich, warum Israel trotz internationaler Forderungen nicht einfach aus dem gesamten Gebiet abzieht und darauf vertraut, dass Beirut die Arbeit übernimmt.
Die libanesische Armee soll nach den Vereinbarungen die Kontrolle ausweiten und die Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Bislang ist das nicht geschehen. Die Terrororganisation verweigert die vollständige Entwaffnung, während Israel erklärt, seine Sicherheitspositionen erst aufzugeben, wenn die Bedrohung tatsächlich beseitigt ist. Reuters berichtete zuletzt, dass genau dieser Punkt die Umsetzung der amerikanisch vermittelten Vereinbarungen blockiert.
Israel will keinen zweiten Aufbau unter seinen Augen zulassen
Der entscheidende Unterschied zur Zeit vor dem 7. Oktober besteht darin, dass Israel die Wiederbewaffnung seiner Feinde nicht mehr als Problem für später behandelt.
Über Jahre konnte die Hisbollah unmittelbar an Israels Grenze Raketenlager, Beobachtungsposten, Tunnel und Angriffsstellungen aufbauen. Iran finanzierte und bewaffnete die Organisation, während Resolutionen, internationale Beobachter und die libanesische Regierung diesen militärischen Parallelstaat nicht beseitigten.
Das Ergebnis war eine Terrorarmee mit einem gewaltigen Raketenarsenal und eigener Infrastruktur entlang der israelischen Grenze.
Diese Situation will JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen nicht wieder entstehen lassen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Montag, Israel werde die Zerstörung von Terrorinfrastruktur in der Sicherheitszone fortsetzen. Nach der Vernichtung der Anlagen bei Beaufort und Ali Taher werde jede neue Bedrohung entfernt. Verteidigungsminister Israel Katz formulierte es für Ali Taher noch deutlicher: Jeder Versuch der Hisbollah, auf den Höhenzug zurückzukehren und sich erneut festzusetzen, werde militärisch beantwortet.
haOlam hatte bereits nach der Einnahme Ali Tahers auf das zentrale Problem hingewiesen: Die Hisbollah rechtfertigte ihre Waffen jahrzehntelang mit dem angeblichen Schutz des Libanon. Tatsächlich entstand mit iranischem Geld eine bewaffnete Parallelmacht, die dem libanesischen Staat Gebiete entzog und Israel bedrohte. Als Israel schließlich handelte, konnte die Organisation eines ihrer wichtigsten Bollwerke nicht halten.
Die jetzt gefundenen 32 Raketen zeigen, wie richtig es ist, nicht bei diesem Erfolg stehenzubleiben.
Sie waren bereits vor der Waffenruhe vorhanden. Gerade das macht den Fund bemerkenswert: Selbst nachdem große Anlagen zerstört, tausende Waffen eingesammelt und zahlreiche Stellungen geräumt wurden, bleiben weitere vorbereitete Abschusspositionen zurück.
Und gleichzeitig versucht die Hisbollah bereits, ihre Vorgehensweise an die neue Lage anzupassen.
Für Israel lautet die Lehre deshalb nicht, dass die Hisbollah erledigt ist.
Die Lehre lautet, dass sie nie wieder die Zeit und den Raum bekommen darf, die ihr Iran über Jahre zum Aufbau einer Terrorarmee verschafft hat.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 15. September 2026