PA-Polizisten nahmen Reservisten illegal in Gebiet C fest

PA-Polizisten nahmen Reservisten illegal in Gebiet C fest


Palästinensische Polizisten errichteten einen nicht genehmigten Checkpoint in Gebiet C und nahmen einen israelischen Reservisten fest. Der Soldat berichtet von Schlägen, Pfefferspray und der Beschlagnahmung seiner Waffe.

PA-Polizisten nahmen Reservisten illegal in Gebiet C fest
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Ein ungewöhnlicher und sicherheitspolitisch schwerwiegender Vorfall in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen hat die IDF zu einer deutlichen Korrektur ihrer ursprünglichen Darstellung gezwungen. Palästinensische Polizisten hatten am Sonntag einen Kontrollpunkt in Gebiet C eingerichtet, obwohl sie dort nicht zu eigenständigen Polizeieinsätzen befugt waren. An diesem Checkpoint nahmen sie einen israelischen ReservistenReservisten: Israels Bürger in UniformReservisten sind frühere Soldaten, die nach ihrem aktiven Dienst weiter für Einsätze, Übungen oder Kriegsfälle bereitstehen. In Israel heißen sie im Alltag oft Miluim und sind für die Verteidigungsfähigkeit des Landes besonders wichtig.Mehr lesen fest und brachten ihn in Richtung Ramallah.

Die IDF hatte den Vorgang zunächst völlig anders dargestellt. In einer ersten Mitteilung hieß es, der Israeli habe sich in Gebiet B befunden und sei dort in unmittelbare Gefahr geraten. Palästinensische Sicherheitskräfte seien ihm zu Hilfe gekommen und hätten ihn anschließend an die israelische Armee übergeben.

Nach einer weiteren Untersuchung nahm die IDF diese Darstellung jedoch zurück. Am Mittwoch stellte die Armee klar, dass sich der Reservist in Gebiet C befand. Auch der von den palästinensischen Polizisten eingerichtete Kontrollpunkt war demnach nicht zulässig. Die Polizisten hätten den Reservisten auf eigene Initiative festgenommen und ihn erst später an die IDF übergeben. Damit bestätigte die militärische Untersuchung wesentliche Teile der Darstellung des Soldaten.

Nach Angaben von KAN befand sich der Reservist auf der Umgehungsstraße von Beitunia westlich von Ramallah. Als er auf den Kontrollpunkt traf, erkannte er nach eigener Darstellung zunächst nicht, dass es sich um palästinensische Polizisten handelte. Als diese versuchten, seine Waffe an sich zu nehmen, eskalierte die Situation.

Der Reservist berichtet, die Polizisten hätten ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, ihn geschlagen und gewaltsam festgenommen. Seine Waffe sei beschlagnahmt worden. Anschließend hätten die Beamten ihn in ein Fahrzeug gesetzt und in Richtung Ramallah gebracht. Er erklärte außerdem, seine Brille und sein Auto seien ihm abgenommen worden. Das Fahrzeug wurde ihm später durch die IDF zurückgegeben.

Diese Einzelheiten beruhen auf der Aussage des Reservisten und seines Rechtsbeistands. Dass sich der Kontrollpunkt tatsächlich in Gebiet C befand, die palästinensische Polizei dort nicht eigenständig tätig werden durfte und der Reservist von ihr festgenommen wurde, ist dagegen inzwischen auch durch die korrigierte Darstellung der IDF bestätigt.

Der Anwalt des Reservisten, Chaim Bleicher von der Organisation Honenu, fordert Verteidigungsminister IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen Katz und den Befehlshaber des IDF-Zentralkommandos, Generalmajor Avi Bluth, auf, gegen die beteiligten palästinensischen Polizisten vorzugehen. Nach seiner Darstellung erlitt sein Mandant unter anderem Prellungen und eine Verletzung im Gesicht durch das Pfefferspray. Bleicher bezeichnet die eigenmächtige Tätigkeit bewaffneter PA-Kräfte in einem unter israelischer Sicherheitsverantwortung stehenden Gebiet als schweren Vorfall.

Besonders problematisch ist die erste Darstellung der IDF

Der Vorfall selbst wirft bereits ernste Fragen auf. Ebenso erklärungsbedürftig ist jedoch, weshalb die erste Darstellung der israelischen Armee so erheblich von dem abwich, was die eigene Untersuchung wenige Tage später ergab.

Aus einem Reservisten, der an einem illegalen palästinensischen Kontrollpunkt in Gebiet C festgenommen worden war, wurde zunächst ein Israeli, der sich in Gebiet B in Gefahr befunden habe und von palästinensischen Polizisten gerettet worden sei.

Erst nach weiterer Prüfung stellte die IDF klar, dass genau diese zentrale Grundlage der ersten Mitteilung nicht stimmte.

Damit ist inzwischen nicht mehr nur die Aussage des Reservisten entscheidend. Die Armee selbst bestätigt, dass die PA-Polizisten dort keine Befugnis für einen solchen Kontrollpunkt hatten und dass sie den Soldaten eigenständig festnahmen.

Was weiterhin aufgeklärt werden muss, sind die Vorwürfe über die konkrete Behandlung während dieser Festnahme. Der Reservist spricht von Schlägen, Tritten, Pfefferspray und der gewaltsamen Wegnahme seiner persönlichen Waffe. Eine unabhängige Untersuchung dieser einzelnen Vorwürfe ist bislang nicht veröffentlicht worden.

Unabhängig davon bleibt der bestätigte Kern des Vorfalls außergewöhnlich: Bewaffnete Kräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde richteten einen nicht genehmigten Kontrollpunkt in Gebiet C ein, stoppten dort einen israelischen Reservisten, nahmen ihn fest und entwaffneten ihn.

Gerade in einem Gebiet, in dem die Sicherheitsverantwortung bei Israel liegt, ist das keine nebensächliche Kompetenzüberschreitung. Es berührt unmittelbar die Frage, wer dort bewaffnete Kontrollen durchführen und israelische Bürger festnehmen darf.

Dass die IDF ihre ursprüngliche Version inzwischen korrigiert hat, ist deshalb wichtig. Es macht den Vorgang aber nicht weniger problematisch. Im Gegenteil: Erst die Korrektur zeigt, was tatsächlich geklärt werden muss.

Wie konnten palästinensische Polizisten dort überhaupt einen Kontrollpunkt betreiben, einen bewaffneten israelischen Reservisten festnehmen und ihn in Richtung Ramallah bringen, bevor israelische Kräfte eingriffen?

Darauf braucht es eine Antwort.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 27. August 2026

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