Hisbollah verletzt Waffenruhe, Israel greift im Südlibanon an

Kurzfristig benötigt
Bitte helfen Sie jetzt - jeder Beitrag zählt
haOlam-news.de wird privat getragen und verursacht eigene laufende Kosten. Die bisherigen Beiträge reichen nicht, um die nächsten laufenden Verpflichtungen zu decken. Wenn haOlam-news.de so weiterarbeiten soll, brauchen wir jetzt kurzfristig . Bitte geben Sie, was Sie können. Schon 10 Euro helfen sofort; wer mehr geben kann, hilft besonders. Fragen? redaktion@haolam.de
Ohne weitere Hilfe müssen wir den Umfang reduzieren.

Hisbollah verletzt Waffenruhe, Israel greift im Südlibanon an


Die IDF warnte die Einwohner von Al-Mansouri und brachte Zivilisten aus einem weiterhin militärisch kontrollierten Gebiet. Kurz darauf begann Israel mit Angriffen auf die Hisbollah.

Hisbollah verletzt Waffenruhe, Israel greift im Südlibanon an
Bildnachweis: Symbolbild / KI

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen hat am Mittwochnachmittag Ziele im Südlibanon angegriffen, nachdem die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen nach Angaben der israelischen Armee gegen die geltende Waffenruhe verstoßen hatte. Vor Beginn der Angriffe forderte die arabischsprachige Sprecherin der IDF, Oberstleutnant Ella Waweya, die Bewohner von Al-Mansouri im Raum Tyros auf, ihre Häuser unverzüglich zu verlassen und sich mindestens 1.000 Meter nach Norden zu entfernen.

Die Warnung war unmissverständlich. Die Verletzung der Waffenruhe durch die Hisbollah zwinge die IDF, mit Stärke gegen die Terrororganisation vorzugehen. Israel wolle die Einwohner nicht treffen. Wer sich jedoch in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, militärischer Infrastruktur oder Waffenlagern aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr.

Kurz nach der Räumungsaufforderung begannen israelische Angriffe in der Region. Die öffentliche Warnung war nach israelischen Medienberichten die erste dieser Art seit mehreren Wochen. Sie zeigt, dass die IDF den Bewohnern Zeit geben wollte, den Einsatzraum zu verlassen, bevor militärische Ziele angegriffen wurden. Die Darstellung eines überraschenden israelischen Angriffs auf ein ungeschütztes Dorf würde deshalb den tatsächlichen Ablauf auf den Kopf stellen.

Die Armee machte zunächst keine Einzelheiten darüber öffentlich, welche konkrete Handlung der Hisbollah die unmittelbare Reaktion ausgelöst hatte. Sie sprach jedoch ausdrücklich von einer Verletzung der Waffenruhe. Der Vorwurf steht zugleich in einem größeren Zusammenhang. Die Terrororganisation hat sich wiederholt geweigert, ihre militärische Macht aufzugeben und den Südlibanon vollständig der Kontrolle des libanesischen Staates zu überlassen.

Libanesische Armee ermöglichte Zugang zum Sicherheitsraum

Besonders schwer wiegt die Erklärung eines israelischen Militärvertreters zu den Vorgängen in Al-Mansouri. Das Dorf liegt demnach innerhalb des Sicherheitsraums, den die IDF im Südlibanon weiterhin kontrolliert. Dort finden militärische Arbeiten statt, die das Leben von Zivilisten gefährden können. Israelische Soldaten hätten die Menschen deshalb aus dem Gebiet gebracht, um sie zu schützen.

Nach Angaben des Militärvertreters waren die Bewohner unter dem Schutz der libanesischen Armee in den Bereich gelangt. Libanesische Soldaten sollen dort einen Kontrollpunkt errichtet und damit den Zugang ermöglicht haben, obwohl dies den bestehenden Vereinbarungen widersprach.

Dieser Vorgang darf nicht als unbedeutender Streit um eine örtliche Straßensperre behandelt werden. Die israelische Sicherheitszone dient dem Schutz der Gemeinden im Norden Israels. Sie soll verhindern, dass die Hisbollah erneut Kämpfer, Waffen, Beobachtungsposten und RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen bis an die israelische Grenze heranführt.

Die Bewohner des israelischen Nordens haben jahrelang erlebt, was geschieht, wenn internationale Zusagen nicht durchgesetzt werden. Die Hisbollah baute unter den Augen der libanesischen Behörden eine schwer bewaffnete Terrorarmee auf, grub Stellungen in Grenznähe aus und bereitete Angriffe auf israelische Ortschaften vor. Nach Beginn des regionalen Krieges eröffnete die Organisation am 2. März 2026 erneut das Feuer auf Israel, um das iranische Regime militärisch zu unterstützen.

Eine Waffenruhe kann deshalb nicht bedeuten, dass Israel seine Soldaten zurückzieht und anschließend darauf vertraut, dass die Hisbollah freiwillig auf ihre Stellungen verzichtet. Sie ist an Bedingungen gebunden. Dazu gehören die Beendigung der Angriffe, die Entfernung der Terrororganisation aus den vereinbarten Gebieten und die tatsächliche Durchsetzung staatlicher Kontrolle durch die libanesische Armee.

Israel und die Hisbollah hatten am 19. Juni einer von den Vereinigten Staaten und Katar vermittelten Waffenruhe zugestimmt. Ein israelischer Vertreter stellte bereits damals klar, dass die IDF im Südlibanon bleiben und gegen neu entstehende Gefahren für israelische Soldaten und israelisches Gebiet handeln werde.

Eine Woche später verständigten sich Israel und der Libanon auf einen amerikanisch vermittelten Rahmen für weitere Sicherheitsregelungen. Danach soll die libanesische Armee schrittweise Gebiete übernehmen, in denen keine bewaffneten nichtstaatlichen Kräfte mehr tätig sein dürfen. Israel machte zugleich deutlich, dass ein Rückzug nur dort möglich ist, wo die Hisbollah tatsächlich entwaffnet und eine erneute Bedrohung ausgeschlossen wird.

Wenn die libanesische Armee nun Zivilisten in einen weiterhin militärisch kontrollierten Raum gelangen lässt, obwohl dort israelische Einsätze stattfinden, gefährdet sie diese Menschen. Zugleich entstehen Bedingungen, die von der Hisbollah genutzt werden können. Die Terrororganisation hat zivile Rückkehr und militärische Wiederherstellung in der Vergangenheit nicht voneinander getrennt. Sie nutzt Wohngebiete, um ihre Kämpfer und Waffen vor israelischer Aufklärung zu verbergen.

Israel darf nicht gezwungen werden, erst auf den nächsten Raketenangriff oder den nächsten Überfall zu warten. Der Sinn einer Sicherheitszone besteht gerade darin, eine neue unmittelbare Bedrohung zu verhindern, bevor israelische Familien erneut unter Beschuss geraten.

Opferangaben aus dem Libanon noch ungeklärt

Parallel zu den Angriffen im Raum Al-Mansouri berichteten libanesische Stellen über einen Angriff im Dorf Tebnine. Nach den zunächst veröffentlichten Angaben wurde ein Mensch getötet, elf weitere sollen verletzt worden sein. Wer der Getötete war und ob sich unter den Betroffenen Mitglieder der Hisbollah befanden, war zunächst nicht bekannt. Deshalb wäre es falsch, die gemeldeten Opfer ohne weitere Informationen pauschal als Zivilisten zu bezeichnen.

Die Hisbollah trägt eine wesentliche Verantwortung dafür, dass militärische Ziele und zivile Gebiete im Südlibanon kaum voneinander zu trennen sind. Sie hat ihre Infrastruktur über Jahre bewusst in Dörfern, Wohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen aufgebaut. Dadurch bringt sie die libanesische Bevölkerung in Gefahr und versucht anschließend, die notwendigen israelischen Gegenmaßnahmen als Angriffe auf Unbeteiligte darzustellen.

Die IDF hat in Al-Mansouri das Gegenteil eines rücksichtslosen Vorgehens gezeigt. Sie warnte öffentlich, gab eine klare Entfernung von mindestens 1.000 Metern vor und brachte Menschen aus einem Gebiet, in dem militärische Arbeiten stattfanden. Erst danach wurden die Angriffe fortgesetzt.

Israel hat kein Interesse daran, libanesische Zivilisten zu treffen. Es hat aber die Pflicht, seine eigenen Bürger zu schützen und zu verhindern, dass die Hisbollah die Waffenruhe zur Wiederherstellung ihrer Stellungen nutzt. Eine Vereinbarung, die nur Israel bindet, während die Terrororganisation und ihre Unterstützer die Lage vor Ort schrittweise verändern, wäre keine Waffenruhe. Sie wäre eine Vorbereitung auf den nächsten Krieg.

Die Verantwortung liegt deshalb nicht bei Israel, wenn es auf einen Verstoß reagiert. Sie liegt bei der Hisbollah, die ihre Waffen nicht abgibt, und bei jenen libanesischen Stellen, die Vereinbarungen nicht durchsetzen oder sogar Handlungen ermöglichen, die ihnen widersprechen.

Israels Warnung an Al-Mansouri war eindeutig: Die IDF richtet sich gegen die Hisbollah, nicht gegen die Bevölkerung. Wer den Menschen im Südlibanon wirklichen Schutz bieten will, muss deshalb nicht Israel zur Untätigkeit auffordern. Er muss dafür sorgen, dass die Terrororganisation ihre Waffen, Kämpfer und militärische Infrastruktur aus den Dörfern entfernt.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 5. August 2026

haOlam-News unterstützen

haOlam-News ist auf die Unterstützung seiner Leserinnen und Leser angewiesen. Jeder Beitrag hilft, unabhängige Berichterstattung weiterzuführen.

Sie benötigen nicht zwingend ein PayPal-Konto. Im nächsten Schritt kann je nach PayPal-Anzeige auch eine Zahlung per Karte angeboten werden.

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen, nutzen aber kein PayPal? Schreiben Sie uns kurz, wir melden uns mit den passenden Möglichkeiten.

Weitere interessante Artikel

Newsletter