5 Peschmerga bei Raketenangriff im Nordirak getötet
Iran-nahe Milizen weiten Angriffe auf Kurdistan deutlich aus. Mehr als 300 Attacken seit Beginn des Konflikts zeigen neue Front im Krieg.

Im Norden des Irak sind bei einem Raketenangriff auf eine Militärbasis der kurdischen Streitkräfte mindestens 5 Kämpfer getötet worden. Nach Angaben regionaler Behörden wurden zudem 19 weitere verletzt. Ziel war eine Stellung der Peschmerga in der Nähe von Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion.
Die Angriffe werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Iran oder iranisch gesteuerten Milizen im Irak zugeschrieben. Diese Gruppen sind formal Teil der sogenannten Popular Mobilization Forces, agieren jedoch in vielen Fällen eigenständig und folgen strategischen Vorgaben aus Teheran.
Neue Front im Schatten des Iran-Krieges
Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Iran Ende Februar hat sich der Konflikt deutlich ausgeweitet. Die kurdische Autonomieregion im Nordirak ist zunehmend in den Fokus geraten. Nach regionalen Angaben wurden seitdem mehr als 300 Raketen- und Drohnenangriffe registriert.
Die Peschmerga, die offiziellen Streitkräfte der Kurdenregion, geraten damit verstärkt unter Druck. Der aktuelle Angriff traf nach Berichten die 7. Division der Einheiten. Zunächst schlugen mehrere Raketen in der Nacht ein, später folgte ein weiterer gezielter Treffer, der die tödlichen Opfer forderte.
Verletzte wurden in Krankenhäuser in Erbil gebracht. Die Infrastruktur der betroffenen Basis wurde beschädigt, Details zum genauen Ausmaß sind bislang nicht vollständig bekannt.
Eskalation durch iranische Einflussstrukturen
Die Angriffe sind Teil einer breiteren Strategie Irans, den Konflikt regional auszuweiten und Druck auf mehrere Ebenen gleichzeitig auszuüben. Neben Zielen in Kurdistan wurden in den vergangenen Wochen auch Einrichtungen in Bagdad sowie Positionen von US-Streitkräften angegriffen.
Die eingesetzten Waffen und die Präzision der Angriffe deuten darauf hin, dass zumindest ein Teil der Operationen direkt koordiniert oder unterstützt wird. Offiziell werden die Angriffe häufig lokalen Milizen zugeschrieben, die jedoch eng mit iranischen Strukturen verbunden sind.
Die kurdische Führung versucht seit Wochen, die Lage diplomatisch zu entschärfen. Gespräche mit der irakischen Zentralregierung in Bagdad sowie mit regionalen Akteuren haben bislang jedoch keine spürbare Wirkung gezeigt. Im Gegenteil: Die Angriffe nehmen zu und werden gezielter.
Strategische Bedeutung der Region
Die Kurdenregion im Nordirak gilt als wichtiger Partner westlicher Staaten und beherbergt unter anderem Einrichtungen der Vereinigten Staaten. Diese Präsenz macht sie aus Sicht iranischer Strategen zu einem relevanten Ziel.
Zugleich zeigt sich hier eine zentrale Entwicklung des aktuellen Konflikts: Er beschränkt sich längst nicht mehr auf direkte militärische Auseinandersetzungen zwischen Staaten. Stattdessen verschiebt er sich zunehmend in ein Netzwerk indirekter Angriffe, bei denen Milizen eine entscheidende Rolle spielen.
Der Angriff auf die Peschmerga verdeutlicht, dass sich die Lage im Nordirak weiter zuspitzt. Für die kurdische Führung bedeutet das eine wachsende sicherheitspolitische Belastung, während gleichzeitig die Möglichkeiten zur Deeskalation begrenzt bleiben.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild: By Bezhan112 - Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=175439075
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 24. März 2026