Hisbollah verstärkt Raketenangriffe auf Israel während iranische Angriffe zurückgehen


Während Iran weniger Raketen auf Israel abfeuert, steigert die Hisbollah ihre Angriffe aus dem Libanon. Für Israel bedeutet das eine neue militärische Realität an der Nordgrenze.

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Während die Intensität iranischer Raketenangriffe auf Israel in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen ist, verschärft sich die Lage an der nördlichen Grenze. Die libanesische Terrororganisation Hisbollah hat ihre Angriffe mit Raketen und Drohnen spürbar verstärkt und zwingt die Bevölkerung im Norden Israels erneut dazu, einen Großteil der Nacht in Schutzräumen zu verbringen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden in den vergangenen Nächten wiederholt Raketen aus dem Libanon abgefeuert, begleitet von Drohnenangriffen. Viele Bewohner im Norden verbrachten Stunden in Bunkern und Schutzräumen, während Luftalarme ausgelöst wurden.

Zu Beginn des Krieges hatte sich die Hisbollah zunächst zurückhaltend verhalten und nur einzelne Angriffe durchgeführt. Diese wirkten eher symbolisch und sollten politische Solidarität mit dem iranischen Regime demonstrieren. Inzwischen deutet jedoch vieles darauf hin, dass sich die Strategie der Organisation verändert hat. Die israelische Armee geht davon aus, dass die Hisbollah versucht, die militärische Initiative stärker zu übernehmen, während Iran seine eigenen Raketenangriffe reduziert. Damit könnte sich der Konflikt zunehmend von einer direkten Konfrontation mit Iran zu einer stärkeren militärischen Auseinandersetzung mit dessen Stellvertreterorganisationen verschieben.

Konkrete Zahlen zu den aktuellen Angriffen veröffentlicht das israelische Militär derzeit nicht, da sich die Sicherheitslage weiterhin schnell verändert. Dennoch lässt sich die Intensität einordnen. Während der schweren Kämpfe im Herbst 2024 feuerte die Hisbollah zeitweise zwischen einhundert und zweihundertfünfzig Raketen oder Drohnen pro Tag auf Israel ab. Die aktuelle Eskalation erreicht dieses Niveau noch nicht. Die Zahl der Angriffe bewegt sich derzeit eher im Bereich von mehreren Dutzend Geschossen täglich. Auch wenn dies deutlich unter den früheren Spitzenwerten liegt, bleibt die Bedrohung ernst.

Ein entscheidender Grund dafür, dass die Hisbollah bislang nicht wieder die Intensität früherer Angriffe erreicht hat, liegt in der militärischen Situation im Süden des Libanon. Die israelische Armee konnte dort frühzeitig wichtige Gebiete sichern und verhindern, dass die Organisation ihre Kurzstreckenraketen aus unmittelbarer Grenznähe einsetzen kann. Besonders entscheidend ist die Kontrolle über Gebiete südlich des Litani-Flusses. Viele der Kurzstreckenraketen der Hisbollah erreichen Israel von dort aus nicht mehr. Diese militärische Position zu erreichen dauerte im Herbst 2024 mehrere Wochen intensiver Kämpfe. In der aktuellen Konfrontation gelang dies deutlich schneller.

Trotzdem verfügt die Hisbollah weiterhin über ein großes Arsenal an Raketen verschiedener Reichweiten sowie über Drohnen, die aus größerer Entfernung eingesetzt werden können. Gleichzeitig bleibt die Organisation eng mit Iran verbunden und erhält militärische Unterstützung aus Teheran. Für Israel bestätigt diese Entwicklung erneut eine strategische Einschätzung, die in Jerusalem seit Jahren vertreten wird: Der Konflikt mit Iran beschränkt sich nicht auf direkte militärische Konfrontationen, sondern umfasst ein Netzwerk aus Milizen und Terrororganisationen, die von Teheran unterstützt werden.

Die verstärkten Angriffe aus dem Libanon zeigen, wie schnell sich das militärische Gleichgewicht verändern kann. Während Iran militärisch unter Druck steht und seine Raketenangriffe reduziert, versucht die Hisbollah offenbar, den Druck auf Israel aufrechtzuerhalten. Für die israelische Bevölkerung im Norden bedeutet dies weiterhin eine unsichere Lage. Luftalarme, Schutzräume und nächtliche Raketenangriffe bleiben Teil des Alltags. Der Krieg hat damit eine neue Phase erreicht, in der die Bedrohung aus Iran zwar abnimmt, die Gefahr durch dessen Stellvertreterorganisationen jedoch weiter wächst.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 5. März 2026

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