Hisbollah greift Tel Aviv an Israel droht iranischen Offizieren im Libanon
Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges mit Iran feuert die Hisbollah Raketen auf das Herz Israels. Jerusalem reagiert mit massiven Luftschlägen und einer klaren Warnung an iranische Funktionäre im Libanon.

Die schiitische Terrororganisation Hisbollah hat erstmals seit Beginn des Krieges zwischen Israel und Iran Raketen auf Zentralisrael abgefeuert. Ziel der Angriffe waren der Raum Tel Aviv und die Region Haifa. Luftalarmsirenen heulten über weiten Teilen des Landes. Nach Angaben der israelischen Armee wurden zwei der drei Raketen abgefangen, eine schlug in offenem Gelände ein. Verletzte gab es nicht.
Parallel dazu feuerte die Hisbollah zahlreiche weitere Raketen und mehrere Drohnen auf Nordisrael. In einer Grenzgemeinde traf eine Rakete ein Wohnhaus und verletzte einen Bewohner leicht. Die Organisation erklärte, sie greife israelische Militärbasen an, um auf israelische Luftschläge im Libanon zu reagieren.
Israel reagierte umgehend. Innerhalb einer Stunde zerstörte die Luftwaffe den Raketenwerfer, von dem aus der Angriff gestartet worden war. Insgesamt griff die israelische Luftwaffe in einer neuen Angriffswelle rund sechzig Ziele der Hisbollah im Südlibanon an. Dazu gehörten Waffenlager, Raketenstellungen, Kommandozentren und weitere militärische Infrastruktur.
Nach Angaben des Militärs wurden auch zentrale Einrichtungen der Hisbollah sowie Stellungen der Hamas in den Küstenstädten Sidon und Tyros bombardiert. Israel hatte zuvor Evakuierungswarnungen an Zivilisten herausgegeben und sie aufgefordert, Gebäude in der Nähe militärischer Einrichtungen zu verlassen.
Die Eskalation hat auch eine ungewöhnlich deutliche Warnung an Iran ausgelöst. Der Sprecher der israelischen Armee für die arabische Öffentlichkeit erklärte, alle Vertreter des iranischen Regimes im Libanon müssten das Land innerhalb von vierundzwanzig Stunden verlassen. Andernfalls würden sie als legitime militärische Ziele betrachtet.
Diese Erklärung macht deutlich, dass Israel die Präsenz iranischer Militärberater im Libanon nicht länger tolerieren will. Die Revolutionsgarden und insbesondere die Quds Einheit gelten als entscheidende Kräfte beim Aufbau der Hisbollah-Arsenale. Aus israelischer Sicht ist ihre Präsenz Teil einer größeren strategischen Bedrohung.
Auch politisch verschärft sich der Ton. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte bei einem Besuch auf dem Luftwaffenstützpunkt Palmachim, die Hisbollah habe einen schweren Fehler begangen. Israel habe bereits hart reagiert und werde seine Angriffe weiter verstärken. Die libanesische Miliz ziehe ihr eigenes Land in einen Krieg hinein, obwohl sie selbst keinerlei Verbindung zum Tod des iranischen Revolutionsführers habe.
Die Auswirkungen im Libanon sind bereits spürbar. Nach Angaben libanesischer Behörden wurden bei israelischen Luftangriffen mindestens fünfzig Menschen getötet und mehr als dreihundert verletzt. Zehntausende Menschen verließen ihre Wohnorte im Süden des Landes. Israel hatte zuvor Bewohner von mehr als achtzig Dörfern aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.
Auch innerhalb des Libanon wächst der Druck auf die Hisbollah. Regierungschef Nawaf Salam erklärte deren militärische Aktionen für illegal. Berichten zufolge nahm die libanesische Armee an einem Kontrollpunkt zwölf bewaffnete Mitglieder der Organisation fest. Dieser Schritt zeigt, dass der Konflikt nicht nur zwischen Israel und der Hisbollah verläuft, sondern auch die politische Stabilität im Libanon selbst erschüttert.
Parallel verstärkt Syrien seine Grenze zum Libanon mit Tausenden Soldaten und Raketenstellungen. Offiziell soll damit Schmuggel verhindert werden, zugleich deutet die Maßnahme auf die Sorge hin, dass sich der Krieg weiter ausdehnen könnte.
Für Israel ist klar: Die Hisbollah ist Teil eines größeren Netzwerks, das von Teheran aufgebaut wurde, um Israel militärisch einzukreisen. Der Angriff auf Tel Aviv bestätigt aus israelischer Sicht diese strategische Einschätzung. Deshalb beschränkt sich die Reaktion nicht auf einzelne Raketenstellungen, sondern richtet sich zunehmend gegen das gesamte militärische Geflecht der Organisation.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 4. März 2026