Türkei und Katar stellen sich offen gegen möglichen Sturz des Iran Regimes und isolieren Israel weiter
Während das iranische Regime seine Macht mit Gewalt sichert und Israel bedroht, positionieren sich Ankara und Doha auffällig an seiner Seite. Ihre Haltung ist kein Zufall, sondern Teil einer politischen Strategie mit weitreichenden Folgen.

Die Fronten im Nahen Osten verlaufen längst nicht mehr nur zwischen offenen Feinden und erklärten Partnern. Immer häufiger zeigt sich eine Grauzone aus Staaten, die offiziell Stabilität fordern, tatsächlich aber dazu beitragen, eines der aggressivsten Regime der Region zu stützen. Die Türkei und Katar stehen dabei im Zentrum einer Entwicklung, die in Jerusalem mit wachsender Sorge betrachtet wird.
Im Mittelpunkt steht das iranische Regime unter Ali Khamenei, dessen Macht auf einem System aus militärischer Kontrolle, ideologischer Mobilisierung und brutaler Unterdrückung beruht. Während viele Iraner selbst gegen diese Herrschaft protestieren und dafür mit ihrem Leben bezahlen, bemühen sich andere Staaten der Region darum, einen möglichen Zusammenbruch dieses Systems zu verhindern. Für Israel ist das mehr als eine diplomatische Meinungsverschiedenheit. Es ist eine direkte sicherheitspolitische Herausforderung.
Katar nimmt in diesem Gefüge eine besondere Rolle ein. Das kleine, aber einflussreiche Emirat verfolgt seit Jahren eine eigenständige Außenpolitik, die es bewusst in Gegensatz zu anderen arabischen Staaten bringt. Diese Strategie hat dazu geführt, dass Katar immer wieder Kräfte unterstützt hat, die von anderen Ländern als destabilisierend wahrgenommen werden. Die Nähe zu Teheran ist Teil dieser Linie. Solange der Iran als regionaler Machtfaktor besteht, verfügt Katar über einen Hebel, mit dem es seinen Einfluss gegenüber anderen arabischen Staaten behaupten kann.
Für Israel ist diese Haltung besonders problematisch. Denn sie stärkt indirekt genau jene Kräfte, die Israels Existenz offen in Frage stellen. Teheran finanziert und unterstützt seit Jahren Organisationen und militärische Strukturen, deren erklärtes Ziel die Zerstörung des jüdischen Staates ist. Jede politische oder diplomatische Unterstützung des Iran trägt damit zur Stabilität dieses Systems bei.
Noch gravierender erscheint aus israelischer Sicht die Rolle der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan. Anders als Katar handelt es sich bei der Türkei um eine regionale Großmacht mit einer starken Armee und erheblichem politischen Einfluss. Erdogans Haltung gegenüber dem Iran ist dabei nicht nur taktisch, sondern ideologisch geprägt.
Erdogan hat in den vergangenen Jahren die säkularen Grundlagen der Türkei systematisch zurückgedrängt und eine religiös geprägte Politik gefördert. Seine öffentliche Unterstützung für die iranische Führung, selbst in Momenten, in denen das Regime seine eigene Bevölkerung gewaltsam unterdrückte, sendet ein klares Signal. Ankara sieht in Teheran keinen Gegner, sondern einen Partner in einer gemeinsamen ideologischen und geopolitischen Perspektive.
Für Israel entsteht daraus eine strategische Realität, die weit über einzelne diplomatische Konflikte hinausgeht. Es entsteht eine informelle Allianz von Staaten, die bereit sind, das iranische Regime vor internationalem Druck zu schützen oder zumindest nicht aktiv zu schwächen.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der die Frage über die Zukunft des Iran offen ist. Die Vereinigten Staaten haben ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt, und die Möglichkeit eines direkten Konflikts steht im Raum. In dieser Situation wird sichtbar, welche Staaten bereit sind, eine Veränderung zu unterstützen, und welche daran interessiert sind, den bestehenden Zustand zu erhalten.
Für Israel ist die Antwort eindeutig. Das iranische Regime bleibt die größte strategische Bedrohung. Seine militärischen Programme, seine regionalen Netzwerke und seine offene Feindschaft gegenüber Israel sind Fakten, keine Interpretationen.
Wenn Staaten wie die Türkei und Katar dazu beitragen, dieses System politisch zu stabilisieren, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit Israels. Es verlängert die Lebensdauer eines Regimes, das seine Macht nicht nur gegen seine eigenen Bürger richtet, sondern auch gegen den jüdischen Staat.
Die Entwicklungen zeigen, dass Israel sich in einer komplexen regionalen Umgebung behaupten muss, in der Bedrohungen nicht nur von offenen Gegnern ausgehen, sondern auch von politischen Entscheidungen vermeintlicher Partner.
Für Jerusalem bleibt daraus nur eine Konsequenz. Israel muss seine Sicherheit weiterhin selbst garantieren. Denn die Realität des Nahen Ostens hat immer wieder gezeigt, dass Bündnisse wechseln können, Bedrohungen jedoch bleiben.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 20. Februar 2026