Mehrere Staaten wollen Gaza-Truppe stellen doch Teilnahme einzelner Länder sorgt für politische Spannungen
Eine internationale Stabilisierungstruppe für Gaza entsteht, während Milliarden zugesagt und Soldaten vorbereitet werden. Gleichzeitig wirft die mögliche Beteiligung einzelner Staaten Fragen nach Glaubwürdigkeit, Interessen und der Zukunft der Region auf.

Der Aufbau einer internationalen Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen ist keine theoretische Idee mehr, sondern ein konkreter militärischer und politischer Prozess. Bei einem hochrangigen Treffen in Washington bestätigten mehrere Staaten ihre Bereitschaft, Soldaten zu entsenden, Polizeikräfte auszubilden und den Wiederaufbau finanziell zu tragen. Für Israel ist diese Entwicklung von historischer Bedeutung. Zum ersten Mal seit der Niederlage der Hamas zeichnet sich eine internationale Struktur ab, die verhindern soll, dass sich die Terrororganisation erneut bewaffnet und Gaza wieder zu einer Front gegen Israel wird.
Nach Angaben der Organisatoren haben Indonesien, Marokko, Kasachstan, Kosovo und Albanien militärische Beiträge zugesagt. Indonesien stellte dabei eine besonders große Beteiligung in Aussicht und sprach von mindestens achttausend Soldaten. Kasachstan kündigte zusätzlich medizinische Einheiten an, während andere Länder ihre Bereitschaft erklärten, Infrastruktur und Sicherheitsstrukturen aufzubauen.
Parallel dazu erklärten Ägypten und Jordanien, dass sie beim Aufbau einer neuen palästinensischen Polizei helfen wollen. Tausende Bewerber haben sich bereits gemeldet. Diese neue Sicherheitsstruktur soll langfristig die Kontrolle im Gazastreifen übernehmen und sicherstellen, dass keine neue Terrorherrschaft entsteht.
Milliardenhilfe und internationale Interessen
Neben der militärischen Komponente steht ein gewaltiges Finanzpaket im Raum. Die Vereinigten Staaten wollen rund zehn Milliarden Dollar bereitstellen. Staaten aus der Golfregion kündigten zusätzliche Milliardenhilfen an. Weitere Länder boten Unterstützung beim Aufbau von Verwaltung, Schulen und medizinischen Einrichtungen an.
Diese Investitionen zeigen, dass die Zukunft des Gazastreifens nicht mehr allein eine regionale Frage ist. Sie ist zu einem internationalen Projekt geworden, das darüber entscheiden wird, ob aus dem ehemaligen Terrorgebiet eine stabile und zivile Struktur entstehen kann.
Gleichzeitig wurde am Rande des Treffens erklärt, dass auch die Türkei ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert habe, sich an der Stabilisierung zu beteiligen. Diese Erklärung sorgt jedoch für besondere Aufmerksamkeit. Die Türkei pflegt seit Jahren enge politische Kontakte zur Hamas, deren Vertreter offen im Land auftreten konnten. Für Israel und viele Beobachter ist deshalb nicht allein entscheidend, ob ein Staat Soldaten entsendet, sondern unter welchen politischen Voraussetzungen dies geschieht und ob die klare Entwaffnung der Hamas tatsächlich unterstützt wird.
Diese Frage ist nicht nebensächlich. Sie berührt den Kern der gesamten Mission. Eine internationale Truppe kann nur dann glaubwürdig sein, wenn sie vollständig dem Ziel verpflichtet ist, die militärische Macht der Hamas zu beenden und eine Rückkehr des Terrors zu verhindern.
Israel blickt auf eine entscheidende Phase
Für Israel ist die Entstehung dieser Stabilisierungstruppe ein möglicher Wendepunkt. Jahrzehntelang musste das Land erleben, wie internationale Versprechen scheiterten und terroristische Strukturen wieder entstanden. Dieses Mal soll eine neue Realität geschaffen werden.
Die Entwaffnung der Hamas bleibt dabei der entscheidende Maßstab. Ohne sie wird es keine Stabilität geben. Mit ihr könnte zum ersten Mal eine Generation heranwachsen, die nicht mehr unter der ständigen Bedrohung durch Raketen und Terror lebt.
Die internationale Gemeinschaft steht damit vor einer historischen Verantwortung. Ihre Entscheidungen werden bestimmen, ob Gaza zu einem Ort der Stabilität wird oder ob alte Kräfte erneut Raum gewinnen.
Für Israel geht es dabei nicht um Diplomatie allein. Es geht um die Sicherheit seiner Bürger und um die Hoffnung, dass eine Region, die zu lange vom Krieg bestimmt wurde, endlich eine andere Zukunft erhält.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By The White House - https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55057011768/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=182291639
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 20. Februar 2026