Bennett greift Tucker Carlson nach Kurzbesuch am Flughafen Ben Gurion scharf an
Der frühere israelische Premierminister wirft dem US Moderator vor, Israel nie wirklich betreten und dennoch schwere Vorwürfe erhoben zu haben. Der Streit offenbart einen wachsenden Konflikt um Israels Bild in konservativen Kreisen der USA.

Der politische und mediale Konflikt zwischen Israel und einem der einflussreichsten konservativen Kommentatoren Amerikas hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Israels ehemaliger Premierminister Naftali Bennett griff Tucker Carlson öffentlich und ungewöhnlich scharf an. Seine Botschaft war eindeutig. Carlson habe ein falsches Bild erzeugt, die Realität verzerrt und Israel bewusst diskreditiert.
Auslöser der Konfrontation war ein Besuch Carlsons in Israel, der nur wenige Stunden dauerte und sich vollständig auf den Flughafen Ben Gurion beschränkte. Dort führte er ein Interview mit dem amerikanischen Botschafter in Israel, Mike Huckabee. Danach verließ er das Land wieder.
Doch kurz darauf stellte Carlson seinen Aufenthalt öffentlich als Beleg für seine Kritik an Israel dar und sprach davon, von israelischen Sicherheitskräften bedrängt worden zu sein. Genau diese Darstellung weist Bennett entschieden zurück.
Ein Besuch ohne Israel
Bennett erklärte, Carlson habe Israel faktisch nie betreten. Stattdessen habe er ein Foto in einem Logistikbereich des Flughafens gemacht und das Land anschließend wieder verlassen. Dennoch habe er später den Eindruck erweckt, er habe Israel bereist und könne die Situation vor Ort beurteilen.
Für Bennett ist das mehr als eine persönliche Enttäuschung. Es ist Teil eines größeren Problems. Wenn ein international einflussreicher Kommentator seine Reichweite nutzt, um ein verzerrtes Bild Israels zu verbreiten, hat das direkte Auswirkungen auf die öffentliche Meinung.
Carlson gehört zu den Stimmen, die Israel in den vergangenen Jahren zunehmend kritisiert haben. Besonders seine Behauptung, Christen würden in Israel unterdrückt, sorgte für Empörung. Diese Darstellung steht im deutlichen Gegensatz zu den tatsächlichen Entwicklungen im Land.
Die christliche Bevölkerung Israels ist gewachsen. Während Christen in vielen Teilen des Nahen Ostens verfolgt werden oder verschwinden, ist Israel einer der wenigen Orte in der Region, in dem christliches Leben nicht schrumpft, sondern zunimmt.
Ein Kampf um die öffentliche Wahrnehmung
Der Streit zwischen Bennett und Carlson zeigt einen tieferen Konflikt. Israel kämpft nicht nur auf militärischen und diplomatischen Ebenen, sondern zunehmend auch um seine Darstellung in den Medien.
Für Israel ist die Unterstützung aus den Vereinigten Staaten von zentraler Bedeutung. Wenn einflussreiche Stimmen beginnen, Zweifel zu säen oder falsche Narrative zu verbreiten, kann das langfristige Konsequenzen haben.
Carlson erreicht Millionen Menschen, vor allem junge Amerikaner, die ihre Informationen nicht mehr aus traditionellen Nachrichtenquellen beziehen. Seine Aussagen prägen Wahrnehmungen, auch wenn sie auf kurzen Besuchen oder unvollständigen Eindrücken beruhen.
Bennett reagierte deshalb nicht nur emotional, sondern strategisch. Seine öffentliche Kritik ist ein Versuch, die Glaubwürdigkeit Carlsons infrage zu stellen und die israelische Perspektive zu verteidigen.
Israel sieht sich seit seiner Gründung nicht nur militärischen Gegnern gegenüber, sondern auch einem Kampf um Legitimität. Jede Darstellung, jede Geschichte und jede öffentliche Aussage beeinflusst, wie das Land gesehen wird.
Der Vorfall zeigt, wie wichtig persönliche Präsenz und echte Begegnungen sind. Wer Israel verstehen will, kann es nicht aus der Distanz beurteilen. Ein kurzer Aufenthalt am Flughafen ersetzt keine Erfahrung mit der Realität eines Landes, das seit Jahrzehnten unter Bedrohung steht und dennoch eine lebendige Demokratie geblieben ist.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 19. Februar 2026