Gaza bleibt unter Hamas-Kontrolle: Von Entwaffnung wird gesprochen doch nichts ändert sich


Während über Technokraten, Wiederaufbau und schrittweise Entwaffnung verhandelt wird, festigt die Hamas ihre Macht in Gaza weiter. Die amerikanische und israelische Aufmerksamkeit richtet sich auf Iran doch im Süden bleibt ein bewaffnetes Regime intakt.

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In Gaza wird über Phasen gesprochen, über politische Modelle, über eine technokratische Verwaltung und über internationale Garantien. Auf dem Papier entsteht ein Bild von Bewegung. In der Realität ist Stillstand eingekehrt. Die Hamas kontrolliert weiterhin Polizei, Verwaltung, Märkte und Sicherheitsapparate. Wer einen echten Machtwechsel erwartet hatte, sieht sich getäuscht.

Bewohner berichten von Unsicherheit, wirtschaftlichem Druck und der ständigen Sorge vor einem erneuten Ausbruch der Kämpfe. Viele Familien legen Vorräte an. Der Alltag ist geprägt von Gerüchten, Drohnenlärm und der Erwartung, dass der gegenwärtige Zustand nur eine Pause sein könnte.

Die sogenannte Technokratenkommission, die als zivile Alternative zur Hamas präsentiert wurde, hat ihre Arbeit in Gaza faktisch noch nicht aufgenommen. Ihre Mitglieder befinden sich außerhalb der Enklave, entwickeln Pläne, verfügen jedoch weder über operative Kontrolle noch über eigene Sicherheitskräfte oder gesicherte Haushaltsmittel. Ohne reale Machtinstrumente bleibt sie ein Konstrukt auf dem Papier.

Gleichzeitig zeigt die Hamas keinerlei Bereitschaft zur vollständigen Entwaffnung. Führende Vertreter des Terrorregimes haben öffentlich betont, dass sie ihre Waffen nicht niederlegen werden. Diskutiert wird allenfalls über eine langfristige Waffenruhe mit internationalen Garantien. In Israel gilt dieses Modell als riskant. Nach dem 7. Oktober wird jede Lösung, die bewaffnete Strukturen unangetastet lässt, als potenzielle Vorbereitung auf eine neue Eskalation bewertet.

Sicherheitskreise in Israel räumen ein, dass Gaza derzeit nicht im Zentrum der strategischen Aufmerksamkeit steht. Der Blick richtet sich stark auf die iranische Bedrohung. Ohne ein klares, verbindliches Konzept zur Entwaffnung der Hamas wird es keinen umfassenden Wiederaufbau geben. Die Bedingung ist eindeutig: Kein Wiederaufbau ohne Demilitarisierung.

Nach palästinensischen Einschätzungen bleibt die Hamas sowohl administrativ als auch militärisch handlungsfähig. In Gebieten, in denen die israelischen Streitkräfte nicht dauerhaft präsent sind, kontrolliert sie weiterhin das öffentliche Leben. Zwar existieren noch einzelne Verwaltungsmitarbeiter der Palästinensischen Autonomiebehörde, doch sie bestimmen nicht die Sicherheitsarchitektur.

Einige Stimmen sprechen von einem schrittweisen Modell, bei dem zunächst schwere Waffen abgegeben werden sollen, während leichte Bewaffnung verbleibt. Andere warnen, dass jede Halbmaßnahme die Grundlagen für eine spätere Wiederaufrüstung legt. Hinter verschlossenen Türen, so berichten Beteiligte, bestehe durchaus ein Bewusstsein dafür, dass der Status quo nicht dauerhaft tragfähig ist.

Die Diskrepanz zwischen politischen Ankündigungen und der Realität ist unübersehbar. Israel hatte ein Gaza ohne Hamas und ohne Rückkehr der Autonomiebehörde angekündigt. Faktisch bleibt die Hamas der dominierende Akteur, während die zivile Alternative weder verankert noch durchgesetzt ist.

Solange bewaffnete Strukturen bestehen und das Gewaltmonopol nicht neu definiert wird, bleibt die Bedrohung bestehen. Sicherheit bemisst sich nicht an diplomatischen Erklärungen, sondern an tatsächlicher Kontrolle über Waffen, Institutionen und Territorium.

Gaza befindet sich damit in einem Zwischenzustand. Der Krieg ist nicht voll beendet, der Wiederaufbau nicht begonnen, die Machtverhältnisse nicht neu geordnet. Die entscheidende Frage lautet nicht, welche Kommission eingesetzt wird sondern ob es gelingt, die militärische Infrastruktur der Hamas tatsächlich aufzulösen. Solange dies nicht geschieht, bleibt der Süden Israels strategisch verwundbar.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 15. Februar 2026

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