Rafael-Chef: Israels Raketenabwehr ist bereit für möglichen iranischen Angriff
Yuval Steinitz spricht von deutlich verbesserten Abfangfähigkeiten und betont, Israel werde weder ein iranisches Atomprogramm noch eine massive Aufrüstung mit Langstreckenraketen akzeptieren.

Inmitten wachsender Spannungen mit Teheran hat der Vorsitzende des israelischen Rüstungsunternehmens Rafael, Yuval Steinitz, die Einsatzbereitschaft der israelischen Luftverteidigung hervorgehoben. In einem Interview mit dem Radiosender 103FM erklärte er, Israels Fähigkeiten seien „gut bis sehr gut“ und in den vergangenen Monaten weiter ausgebaut worden.
Steinitz verwies auf ein kürzlich bekanntgegebenes Upgrade des Systems „David’s Sling“, das nach den Erfahrungen des vergangenen Krieges umfassend modernisiert worden sei. Die Fähigkeit zur Abwehr unterschiedlichster Bedrohungen, darunter auch weitreichende Raketen, habe sich erheblich verbessert. Details nannte er aus Sicherheitsgründen nicht.
Israels Verteidigung basiert auf einem mehrschichtigen Konzept. Dazu gehören das System Arrow-3 zur Abwehr ballistischer Langstreckenraketen, David’s Sling für Mittelstreckenbedrohungen sowie das System Iron Dome für Kurzstreckenraketen. Steinitz betonte, er sehe kein realistisches Szenario, in dem ein größerer Raketenangriff nicht zum überwiegenden Teil abgefangen werde. Die jüngst veröffentlichte Modernisierung sei lediglich „die Spitze des Eisbergs“.
Laserprojekt und Grenzen der Technik
Angesprochen auf das neue Laserabwehrsystem „Or Eitan“ erklärte Steinitz, dieses sei derzeit vor allem für Raketen aus dem Libanon oder Syrien ausgelegt. Gegen iranische ballistische Raketen sei das System noch nicht konzipiert. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass dies in einigen Jahren möglich sein werde.
Auf die Frage, ob die Bevölkerung beruhigt sein könne, antwortete er, Israel verfüge über „das beste Luftverteidigungssystem der Welt“, das kontinuierlich weiterentwickelt werde. Gleichwohl machte er deutlich, dass kein System einen vollständigen Schutz garantieren könne. Die Effektivität hänge stets von Art und Umfang eines Angriffs ab. Ein wichtiger Faktor sei auch die Fähigkeit, Abschussrampen und Raketen vor dem Start auszuschalten.
Die Rolle der Vereinigten Staaten spielte ebenfalls eine Rolle im Gespräch. Präsident Donald Trump hatte angekündigt, ein amerikanisches Pendant zum israelischen Abwehrkonzept prüfen zu lassen. Steinitz stellte klar, dass Iron Dome ein vollständig von Rafael entwickeltes System sei. Das Interesse Washingtons unterstreiche die internationale Anerkennung der israelischen Technologie.
Klare Linie gegenüber Iran
Mit Blick auf die laufenden diplomatischen Bemühungen der USA gegenüber Teheran äußerte sich Steinitz skeptisch. Jede Vereinbarung mit Iran sei problematisch, insbesondere in einer Phase, in der das Regime unter erheblichem Druck stehe. Israel werde nicht zulassen, dass Iran sein Atomprogramm wiederaufbaue oder zehntausende ballistische Raketen produziere, um israelische Zivilisten zu bedrohen.
Er machte deutlich, dass im Falle konkreter Angriffsvorbereitungen auch präventive Optionen geprüft werden müssten. Hinsichtlich eines iranischen Nuklearprogramms gebe es für Israel keine Grauzone. Eine atomare Bewaffnung Teherans sei nicht akzeptabel.
Steinitz erklärte zudem, er stehe in sicherheitspolitischen Fragen gelegentlich im Austausch mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, da seine Position bei Rafael Einblick in strategische Entwicklungen ermögliche.
Die Botschaft aus Jerusalem ist eindeutig: Israel setzt auf technologische Überlegenheit, bleibt wachsam und behält sich das Recht vor, existenzielle Bedrohungen notfalls auch aktiv zu verhindern.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By IDF Spokesperson"s Unit, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=145849690
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 14. Februar 2026