Verhandlungen in Oman: Iran verweigert Gespräche über Raketen und Terrornetzwerke


Die ersten direkten Kontakte zwischen Washington und Teheran seit Monaten sind beendet. Der iranische Außenminister spricht von positiver Atmosphäre...

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Nach einem intensiven Verhandlungstag in der omanischen Hauptstadt Maskat ist die erste Runde der Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vorerst abgeschlossen. Offiziell wird Optimismus verbreitet. In der Realität aber bleibt völlig offen, ob aus den Treffen mehr wird als eine diplomatische Pflichtübung.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte nach dem Ende der Gespräche, die Atmosphäre sei „positiv“ gewesen. Man habe ausschließlich über das Atomprogramm gesprochen, betonte er mehrfach. Genau darin liegt bereits ein zentrales Problem: Washington will weit mehr als nur eine Diskussion über Urananreicherung. Teheran weigert sich bislang, über sein Raketenprogramm oder die Unterstützung regionaler Terrormilizen zu verhandeln.

Die Gespräche fanden unter außergewöhnlicher internationaler Aufmerksamkeit statt. Neben den beiden Verhandlungsdelegationen war auch der Kommandeur des US-Zentralkommandos CENTCOM, Admiral Brad Cooper, in Maskat anwesend. Ein iranischer Diplomat warnte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Beteiligung militärischer Vertreter könne das Klima der Verhandlungen beschädigen. Allein diese Bemerkung zeigt, wie groß das Misstrauen zwischen den Seiten weiterhin ist.

Offiziell wird der Dialog indirekt geführt. Es gab keine direkten Treffen zwischen amerikanischen und iranischen Unterhändlern. Die Botschaften wurden über den omanischen Außenminister Badr al-Busaidi übermittelt. Oman gilt seit Jahren als diskreter Vermittler zwischen beiden Staaten und hat bereits in der Vergangenheit eine Schlüsselrolle bei heiklen Kontakten gespielt.

Während in Maskat verhandelt wurde, setzte Washington an anderer Stelle klare Zeichen der Härte. Das US-Außenministerium verhängte neue Sanktionen gegen 15 Unternehmen, die mit iranischem Erdöl handelten. In Teheran wurde dieser Schritt als bewusste Provokation gewertet. Kritiker der Gespräche sehen darin einen Beweis, dass die Vereinigten Staaten keine ernsthafte diplomatische Lösung anstreben.

Die amerikanische Regierung verfolgt ein ehrgeiziges Paket an Forderungen. Neben einer vollständigen Begrenzung des iranischen Atomprogramms verlangt Washington eine drastische Reduzierung der Reichweite ballistischer Raketen, ein Ende der Waffenlieferungen an regionale Stellvertretergruppen sowie eine Freilassung politischer Gefangener. Für die Führung in Teheran sind insbesondere die Raketen und die regionalen Milizen jedoch Kernbestandteile ihrer Sicherheitsstrategie.

Aus israelischer Sicht bleiben die Gespräche mit äußerster Skepsis verbunden. In Jerusalem wird befürchtet, dass der Iran versuchen könnte, mit minimalen Zugeständnissen Zeit zu gewinnen, während er seine militärischen Fähigkeiten weiter ausbaut. Premierminister Benjamin Netanjahu machte bereits deutlich, dass Israel sich an einen unzureichenden amerikanisch-iranischen Deal nicht gebunden fühlen würde.

Die innenpolitische Lage in beiden Ländern erschwert einen möglichen Kompromiss zusätzlich. Im Iran steht die Führung unter Druck von Hardlinern, die jede Annäherung an die USA als Kapitulation werten. In Washington wiederum betont Präsident Donald Trump öffentlich, er verfüge neben Diplomatie auch über „andere Optionen“. Eine unverhohlene Drohung, die in Teheran sehr genau registriert wird.

Berichte aus iranischen Medien deuten darauf hin, dass Teheran bereit sein könnte, die Urananreicherung langfristig auf ein sehr niedriges Niveau zu begrenzen, wenn im Gegenzug umfassende Sanktionserleichterungen gewährt werden. Eine solche Vereinbarung würde jedoch nur das Atomthema berühren. Aus amerikanischer Sicht wäre dies kaum ausreichend.

Parallel zu den Gesprächen verstärkt die US-Armee ihre Präsenz im Nahen Osten. Die Flugzeugträgergruppe Abraham Lincoln nähert sich dem Persischen Golf. Offiziell handelt es sich um reine Vorsichtsmaßnahmen. In der Region wird dies jedoch als deutliche Erinnerung verstanden, dass Washington notfalls auch militärisch handeln könnte.

Für die kommenden Tage ist bereits eine zweite Gesprächsrunde geplant. Ob diese zu konkreteren Ergebnissen führt, ist völlig ungewiss. Der iranische Außenminister spricht zwar von einer „neuen Phase der Verhandlungen“, gleichzeitig warnt er vor zu hohen Erwartungen. Der Weg zu einer echten Einigung erscheint weiterhin lang und steinig.

Die entscheidende Frage bleibt, ob beide Seiten bereit sind, ihre roten Linien zu überdenken. Solange der Iran nur über das Atomprogramm reden will und die USA ein umfassendes Sicherheitsabkommen fordern, prallen zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Die Gespräche in Maskat könnten ein erster Schritt sein. Sie könnten aber auch nur ein weiteres Kapitel in einem jahrzehntelangen diplomatischen Patt darstellen.

Für Israel und die arabischen Staaten der Region geht es dabei um weit mehr als um technische Details der Urananreicherung. Es geht um die Frage, ob der Iran langfristig eingedämmt wird oder gestärkt aus den Verhandlungen hervorgeht. Genau deshalb wird jede weitere Entwicklung in Maskat mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 6. Februar 2026

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