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Israel und Iran tauschten zuletzt geheime Botschaften aus – vermittelt über Putin


Hinter den Kulissen des offenen Konflikts lief offenbar ein stiller Kanal. Israel und Iran sollen in den vergangenen Wochen indirekt miteinander kommuniziert haben. Kein Waffenstillstand, kein Abkommen – sondern der Versuch, eine unmittelbare militärische Eskalation zu verhindern.

haOlam-News.de - Nachrichten aus Israel, Deutschland und der Welt.

Nach übereinstimmenden Berichten aus dem Nahen Osten haben Israel und Iran in jüngster Zeit verdeckte, nicht direkte Kontakte gepflegt. Die Kommunikation lief demnach über den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der als Vermittler zwischen Jerusalem und Teheran fungierte. Ziel der Kontakte war ausdrücklich nicht eine formelle Verständigung, sondern eine temporäre Eindämmung militärischer Spannungen.

Laut dem Bericht eines gut vernetzten regionalen Mediums begann der Austausch vor dem Hintergrund wachsender Sorgen vor neuen israelischen Militärschlägen gegen iranische Ziele. Aus israelischer Sicht wurde über den Vermittlungskanal signalisiert, dass man derzeit keine Eskalation anstrebe. Die iranische Seite habe darauf reagiert, ohne sich jedoch zu irgendeiner Form von Verpflichtung zu bekennen.

Ein hochrangiger iranischer Vertreter bestätigte demnach, dass es tatsächlich zu einer indirekten Kommunikation gekommen sei. Dabei handle es sich weder um eine Waffenruhe noch um eine Verständigung mit politischer Tragweite. Vielmehr sei eine Art punktuelle Spannungssteuerung erfolgt, begrenzt auf einen bestimmten Zeitraum. Es gebe keine Garantien, keine Zeitpläne und keine Mechanismen zur Durchsetzung.

Besonders bemerkenswert ist die Rolle Moskaus. Russland tritt hier nicht als klassischer Vermittler mit klarer Agenda auf, sondern als diskreter Übermittler von Botschaften. Nach iranischen Angaben informierte jede Seite Putin separat über ihre jeweilige Absicht, vorerst keine neuen militärischen Schritte einzuleiten. Direkte Gespräche zwischen Israel und Iran habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Ein zentrales Detail des Berichts betrifft die iranische Seite der Kontakte. Zuständig für die Übermittlung der Botschaften war demnach Ali Larijani, der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans. Larijani reiste vor einigen Wochen nach Moskau und überbrachte Putin eine persönliche Nachricht des iranischen Führers Ali Khamenei.

Nach diesen Informationen wurde die iranische Zusicherung, vorerst keine Angriffe gegen Israel zu initiieren, in einem direkten Telefonat zwischen Larijani und Putin übermittelt. Israelische Vertreter waren an diesem Gespräch weder beteiligt noch eingebunden. In Teheran wurde zudem betont, dass man keinerlei direkten Kontakt mit dem israelischen Ministerpräsidenten anstrebe.

Der zeitliche Rahmen der Kontakte bleibt bewusst vage. Laut dem Bericht könnten sich die letzten Botschaften bis in die vergangenen zwei Wochen hineingezogen haben. Am 15. November hatte der Kreml offiziell bestätigt, dass Putin mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu telefoniert habe. Kurz darauf bestätigte auch Jerusalem das Gespräch. Ob dieses Telefonat Teil derselben Kommunikationslinie war, bleibt offen.

Aus israelischer Perspektive sind solche Kanäle kein Zeichen von Annäherung, sondern Ausdruck strategischer Nüchternheit. Israel behält sich militärische Handlungsfreiheit vor, während Iran versucht, Zeit zu gewinnen und internationale Eskalationsrisiken zu kontrollieren. Dass dies über Moskau läuft, unterstreicht Russlands anhaltende Bedeutung als Akteur, der mit beiden Seiten sprechen kann.

Der Vorgang zeigt, wie angespannt die Lage bleibt. Offene Feindschaft schließt stille Botschaften nicht aus. Im Gegenteil. Gerade weil Israel und Iran keinen direkten Kontakt pflegen, gewinnen indirekte Kanäle in Phasen erhöhter Spannung an Bedeutung. Sie ersetzen keine Strategie, aber sie können verhindern, dass ein einzelner Schritt eine Kettenreaktion auslöst.

Von Entspannung kann keine Rede sein. Doch die Existenz solcher Kontakte deutet darauf hin, dass beide Seiten derzeit ein gemeinsames Interesse haben. Nicht an Frieden, sondern an Kontrolle.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: By english.khamenei.ir - http://english.khamenei.ir/d/2015/11/23/4/815.jpg?ts=1450098624000, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47401891

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 10. Januar 2026

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