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Limor Son Har Melech über Medizin, Sicherheit und Staat


In einem ausführlichen Interview hat die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Knesset Positionen formuliert, die derzeit intensiv diskutiert werden. Ihre Aussagen berühren grundlegende Fragen zu Medizin, Sicherheit und staatlicher Verantwortung.

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In einem Interview mit dem Journalisten Moshe Nussbaum hat die Knesset-Abgeordnete Limor Son Har Melech ausführlich über ihre politischen Positionen gesprochen. Das Gespräch wurde nicht von unserer Redaktion geführt und gibt ausschließlich ihre Sichtweisen wieder.

Die Aussagen stoßen auf Aufmerksamkeit, weil Son Har Melech seit Kurzem den Vorsitz des Gesundheitsausschusses der Knesset innehat und damit eine zentrale Rolle in der parlamentarischen Kontrolle der israelischen Gesundheitspolitik spielt.

Im Interview äußerte sich Son Har Melech deutlich zur medizinischen Behandlung von Terroristen sowie zur Versorgung palästinensischer Patienten aus Judäa und Samaria in israelischen Krankenhäusern. Ihrer Darstellung zufolge müsse ein Staat im andauernden Konflikt seine Entscheidungen primär an sicherheitspolitischen Erwägungen ausrichten.

Sie verwies dabei auf persönliche Erfahrungen aus der Vergangenheit und stellte einen direkten Zusammenhang zwischen medizinischer Versorgung und späteren sicherheitsrelevanten Entwicklungen her. Wirtschaftliche Argumente, die häufig im Zusammenhang mit der Behandlung palästinensischer Patienten genannt werden, wies sie zurück und betonte stattdessen den staatlichen Grundsatz der Selbstverteidigung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews war die grundsätzliche Frage, welche Verantwortung ein Staat gegenüber Personen trägt, die ihn bekämpfen oder als feindlich gelten. Son Har Melech formulierte hierzu eine klare Position, die sie als notwendig für den Schutz der eigenen Bevölkerung beschreibt.

Auch zur ärztlichen Ethik nahm sie Stellung und unterschied dabei zwischen individuellen moralischen Dilemmata von Ärzten und staatlicher Politik. Ihrer Auffassung nach sei es Aufgabe der politischen Führung, übergeordnete Entscheidungen zu treffen, die nicht allein auf medizinischen Prinzipien beruhen.

Die Aussagen werden in der israelischen Öffentlichkeit unterschiedlich aufgenommen. Teile der Gesellschaft sehen darin eine konsequente sicherheitspolitische Linie, andere betrachten sie kritisch im Hinblick auf medizinische Ethik, internationales Recht und bestehende Praxis im Gesundheitswesen.

Unabhängig von der Bewertung verdeutlicht das Interview, wie stark sich politische Debatten in Israel seit dem 7. Oktober verschoben haben und welche Themen heute offen angesprochen werden.


Als Vorsitzende des Gesundheitsausschusses hat Son Har Melech Einfluss auf Debatten, Anhörungen und parlamentarische Prioritäten im Gesundheitsbereich. Ihre Positionen geben daher Einblick in politische Denkweisen, die künftig eine Rolle in Entscheidungsprozessen spielen könnten.

Unsere Aufgabe ist es, diese Aussagen zugänglich zu machen und transparent darzustellen. Die Einordnung und Bewertung bleibt den Leserinnen und Lesern überlassen.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 2. Januar 2026

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