Explosion in Tel Aviv: Autobombe verletzt vier Menschen – Polizei vermutet Mordversuch


Ein gezielter Anschlag mitten am Tag, Rauch, Flammen und Verletzte auf der Straße: In Jaffa, dem südlichen Stadtteil von Tel Aviv, ist am Samstagmittag ein Auto in die Luft geflogen. Vier Menschen erlitten Verletzungen, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Die Polizei geht von einem kriminellen Hintergrund aus – und spricht von einem klaren Mordversuch.

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Die Detonation ereignete sich in der belebten Kaminska-Straße, in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern und Geschäften. Passanten schilderten Szenen des Chaos: ein Auto in Flammen, splitterndes Glas, Schreie und hilflose Menschen, die auf den Gehweg gezogen wurden. Ein 24-jähriger Mann erlitt schwerste Verletzungen, zwei weitere Männer mittleren Alters wurden mittelschwer verletzt, ein vierter kam mit leichteren Blessuren davon. Alle Opfer sind miteinander verwandt.

Sanitäter des Rettungsdienstes Magen David Adom waren binnen Minuten vor Ort. „Das Bild war erschütternd. Der Wagen stand in Flammen, überall Rauch und Trümmer. Wir fanden die Verletzten auf dem Boden sitzend, sie waren völlig geschockt. Wir haben sofort lebensrettende Maßnahmen ergriffen, Blutungen gestillt und sie schnellstmöglich in Krankenhäuser gebracht“, berichtete ein Notfallsanitäter.

Auch die Polizei rückte mit starken Kräften an. Erste Ermittlungen lassen kaum Zweifel: Es handelt sich nicht um einen Terroranschlag, sondern um ein Attentat im Milieu der organisierten Kriminalität. Ein Verdächtiger, ein Mann aus Jaffa, wurde unweit des Tatorts festgenommen. Ob er direkt an der Platzierung der Sprengladung beteiligt war oder Komplize der Hintermänner ist, wird derzeit geprüft. Nach weiteren Beteiligten wird gefahndet.

Die Ermittler stehen vor der Herausforderung, in einer dicht besiedelten Umgebung Spuren zu sichern, während die Angst in der Bevölkerung wächst. In Israel hat die Gewalt unter rivalisierenden Banden in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders arabische Städte und Viertel sind von solchen Machtkämpfen geprägt, die oft mit Schusswaffen, Messerattacken oder eben Sprengsätzen ausgetragen werden. Die Explosion mitten in Tel Aviv zeigt jedoch eine neue Dimension der Brutalität: Kriminelle tragen ihre Fehden nicht mehr nur im Verborgenen aus, sondern mitten im urbanen Alltag, gefährden dabei unbeteiligte Zivilisten und säen Angst unter der Bevölkerung.

Die Polizei versucht seit Jahren, mit Spezialeinheiten und gezielten Operationen den Einfluss der Mafia-Strukturen zu zerschlagen. Dennoch kommt es immer wieder zu blutigen Vergeltungsaktionen. Dass nun ein Sprengsatz in einem dicht besiedelten Viertel von Jaffa eingesetzt wurde, wird als alarmierender Höhepunkt dieser Entwicklung gewertet.

Für die Bevölkerung bedeutet der Anschlag vor allem eines: das Gefühl, dass niemand mehr sicher ist, weder am helllichten Tag noch in den Straßen einer Metropole wie Tel Aviv. Dass es diesmal „nur“ Verletzte und keine Toten gab, grenzt angesichts der Wucht der Explosion an ein Wunder.

Die Ermittlungen laufen unter Hochdruck, doch die zentrale Frage bleibt: Kann der Staat der Spirale der Bandenkriminalität noch Herr werden – oder bestimmen künftig skrupellose Clans, wann und wo in Israels Städten Blut fließt?

Autor: Redaktion
Bild Quelle: MDA

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 30. August 2025

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