Basij-Kämpfer erscheinen nicht mehr zu ihren Posten in Teheran


Israelische Angriffe auf Kontrollpunkte der Revolutionsgarden lösen offenbar wachsende Angst unter iranischen Milizen aus. Berichte aus der Hauptstadt deuten darauf hin, dass immer mehr Mitglieder der Basij-Miliz ihre Posten verlassen.

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In Teheran mehren sich Hinweise darauf, dass Mitglieder der Basij-Miliz aus Angst vor israelischen Angriffen nicht mehr zu ihren Einsatzorten erscheinen. Nach Berichten aus der iranischen Hauptstadt sollen in den vergangenen Tagen zunehmend Kämpfer ihre Posten verlassen oder gar nicht erst zum Dienst erschienen sein.

Auslöser sind offenbar verstärkte Angriffe auf Kontrollpunkte der iranischen Revolutionsgarden und der Basij-Miliz. In einem Audiomitschnitt, der in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, ist ein Kommandeur der Basij zu hören, der seine Einheiten auffordert, trotz der Angriffe nicht in Panik zu geraten und ihre Positionen nicht zu verlassen.

Der Kommandeur beschreibt darin auch die Bedrohung durch israelische Drohnen. Er erklärt seinen Kämpfern, dass eine Drohne vom Typ Heron TP über Teheran bis zu 16 Stunden in der Luft bleiben könne und mehrere Raketen einsetzen könne. Gleichzeitig behauptet er, dass israelische Kampfflugzeuge nur noch wenige militärische Ziele hätten und deshalb verstärkt Drohnen eingesetzt würden.

Nach den Anweisungen des Kommandeurs sollen Basij-Mitglieder ihre Mobiltelefone ausschalten, sobald Drohnen zu hören sind. Viele Kämpfer verstecken sich demnach in Schulen, Moscheen oder anderen zivilen Gebäuden. Wenn sich die Lage zuspitze, sollen sie ihre Position kurzfristig verlassen und sich in der Nähe neu positionieren.

Der Kommandeur versucht in der Aufnahme offenbar, die Angst seiner Einheiten zu beruhigen. Er sagt, viele Mitglieder der Miliz würden inzwischen ständig in den Himmel schauen und jederzeit mit einem Angriff rechnen. Trotzdem fordert er sie auf, ihre Furcht zu kontrollieren und nicht aus Angst ihre Aufgaben aufzugeben.

Nach Angaben von Bewohnern Teherans ist die Nervosität unter den Milizen jedoch deutlich gestiegen. Ein Bewohner aus dem Süden der Stadt berichtete, ein Verwandter habe seinen Posten an einem Kontrollpunkt verlassen und sei in den Norden Irans geflohen. Als Kameraden später nach ihm suchten, erklärte die Familie, sie wisse nicht, wo er sich aufhalte.

Parallel dazu versucht die Führung der Islamischen Republik offenbar, die Moral der Sicherheitskräfte zu stabilisieren. Der iranische Vizepräsident Mohammad Reza Aref besuchte mehrere Kontrollpunkte in Teheran und ließ sich dort mit Angehörigen der Basij und der Revolutionsgarden fotografieren.

Die Spannungen in der Hauptstadt sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Israelische und amerikanische Angriffe auf militärische Ziele rund um Teheran haben nach Berichten aus der Stadt massive Explosionen ausgelöst. Besonders im Osten und Westen der Hauptstadt sowie in der nahe gelegenen Stadt Karaj wurden wiederholt Detonationen gemeldet.

Gleichzeitig berichtet ein Bewohner aus Ost-Teheran, dass während der Angriffe zeitweise der Strom ausgefallen sei und viele Internetverbindungen blockiert worden seien. Auch der Zugang zu VPN-Diensten sei unterbrochen worden, wodurch viele Einwohner zeitweise keinen Zugang zu internationalen Nachrichten hatten.

Während einer Veranstaltung zum sogenannten Quds-Tag kam es zudem zu einer Explosion in der Nähe des Enghelab-Platzes im Zentrum Teherans. Sicherheitskräfte brachten daraufhin mehrere hochrangige Vertreter des Regimes schnell aus der Gefahrenzone. Berichten zufolge wurde eine Frau durch Splitter einer Explosion getötet.

Nach dem Tod des früheren iranischen Machthabers Ali Khamenei waren in mehreren Städten Menschen auf die Straßen gegangen, um zu feiern. Sicherheitskräfte der Basij und der Revolutionsgarden gingen gegen diese Menschen mit Schusswaffen vor. Dabei wurden nach Berichten mehrere Personen getötet.

Die iranische Führung hat inzwischen zusätzliche militärische Einheiten in Teheran stationiert. Fahrzeuge mit schweren Maschinengewehren patrouillieren in verschiedenen Stadtteilen. Gleichzeitig warnen Behörden, dass mögliche Proteste mit noch härteren Maßnahmen unterdrückt würden als bei den gewaltsamen Niederschlagungen im Januar.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=128606620

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 15. März 2026

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