Irans Studenten erheben sich gegen das Regime und bezahlen mit ihrem Leben


Auf Irans Universitäten fallen Worte, für die Menschen gehängt werden. Studenten rufen offen nach Freiheit und stellen sich dem mächtigsten Unterdrückungsapparat des Landes entgegen.

haOlam-News.de - Nachrichten aus Israel, Deutschland und der Welt.

Während die Welt verhandelt, sterben Irans junge Menschen auf den Straßen. Doch ihr Widerstand zeigt, dass die Islamische Republik ihre größte Angst längst im eigenen Land gefunden hat.

Irans Universitäten sind erneut zu Brennpunkten eines historischen Aufstands geworden. In Teheran versammelten sich Studenten vor der zentralen Bibliothek der Universität und riefen in die Nacht hinein Tod dem Diktator. Es ist kein spontaner Ausbruch von Wut, sondern ein bewusstes Zeichen. Diese Worte richten sich direkt gegen Ali Khamenei und das System, das seit fast einem halben Jahrhundert den Iran beherrscht. Wer sie ausspricht, weiß, dass er sein Leben riskiert.

Die Proteste sind kein Einzelfall. Auch an der Sharif Universität, einer der wichtigsten technischen Hochschulen des Landes, gingen Studenten auf die Straße. Dort hissten sie die Löwen und Sonnenflagge, das Symbol des Iran vor der islamischen Revolution von 1979. Dieses Symbol steht für ein anderes Iran. Für ein Land, das viele dieser Studenten nie selbst erlebt haben, das sie aber zurückfordern wollen. Es ist ein offener Angriff auf die Legitimität des heutigen Regimes.

Diese Proteste sind eng mit den Massentötungen der vergangenen Wochen verbunden. Tausende iranische Familien trauern um ihre Kinder. Einer der Getöteten war ein siebzehnjähriger Schüler, der mit dem Traum von einem freien Iran auf die Straße ging. Er wurde von Sicherheitskräften in den Rücken geschossen. Als er noch lebte und Ärzte versuchten, ihn zu retten, drangen bewaffnete Männer in das Krankenhaus ein und erschossen ihn. Sein Vater beschreibt, wie er den Körper seines Sohnes identifizieren musste, nachdem dessen Gesicht durch die Kugeln zerstört worden war. Es ist eine Geschichte, die sich im Iran immer wieder wiederholt.

Das Regime reagiert mit der einzigen Sprache, die es kennt. Gewalt. Basij Milizen und Revolutionsgarden wurden auf die Universitäten geschickt. Eingänge wurden blockiert, Studenten kontrolliert, Namen registriert. Die Behörden erklärten offen, sie würden keine Unsicherheit auf den Universitäten zulassen. Diese Worte bedeuten in der Realität, dass jeder Protest als Bedrohung behandelt wird.

Gleichzeitig verhängten Revolutionsgerichte Todesurteile gegen Demonstranten, darunter ein neunzehnjähriger junger Mann. Die Anklage lautet Feindschaft gegen Gott. Es ist ein Begriff, der zeigt, wie das Regime seine Macht begründet. Politischer Widerstand wird nicht als politisches Verbrechen dargestellt, sondern als religiöser Verrat.

Besonders erschütternd ist die zunehmende Militarisierung ziviler Orte. Sicherheitskräfte nutzen Krankenhäuser, Schulen und öffentliche Gebäude für ihre Operationen. Kommandeure der Revolutionsgarden halten Treffen in medizinischen Einrichtungen ab, während draußen Verwundete behandelt werden. Diese Strategie dient nicht nur der Organisation, sondern auch dem Schutz der Führung. Sie versteckt sich bewusst unter der eigenen Bevölkerung.

Das Internet wurde abgeschaltet, um Bilder und Informationen zu kontrollieren. Doch Videos und Berichte finden trotzdem ihren Weg nach außen. Sie zeigen junge Menschen, die mit nichts als ihren Stimmen gegen ein bewaffnetes System stehen. Sie zeigen Sicherheitskräfte, die auf ihre eigenen Bürger zielen.

Diese Realität hat auch eine strategische Bedeutung für Israel. Die Islamische Republik präsentiert sich nach außen als aggressive Regionalmacht, doch im Inneren kämpft sie ums Überleben. Ein Regime, das seine eigene Jugend erschießt, offenbart seine größte Schwäche. Es fürchtet nicht nur seine äußeren Feinde. Es fürchtet seine eigene Bevölkerung.

Gleichzeitig zeigt sich, wie sehr dieses Regime auf Unterdrückung angewiesen ist. Ohne Gewalt könnte es nicht existieren. Ohne Angst würde es zusammenbrechen. Die Studenten haben das verstanden. Sie wissen, dass ihr Widerstand gefährlich ist. Sie wissen, dass sie sterben können. Und dennoch gehen sie auf die Straße.

Diese Generation ist im Schatten der Islamischen Republik geboren worden. Sie hat keine Erinnerung an ein anderes System. Doch sie hat den Mut, sich ein anderes System vorzustellen. Und genau darin liegt die größte Bedrohung für die Führung in Teheran.

Während die Machthaber von Stärke sprechen und ihre Raketen zeigen, entscheidet sich die Zukunft des Iran nicht auf Militärbasen, sondern auf Universitätsgeländen. Dort stehen junge Männer und Frauen, unbewaffnet, aber entschlossen. Ihr Kampf richtet sich nicht nur gegen ein Regime. Er richtet sich gegen die Angst selbst.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 22. Februar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.

Weitere interessante Artikel

Newsletter