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Iranische Ärzte berichten von gezielten Schüssen auf Augen und Köpfe von Demonstranten


Was sich derzeit in iranischen Krankenhäusern abspielt, ist kein Kollateralschaden. Ärzte berichten übereinstimmend von systematischen Verstümmelungen durch Sicherheitskräfte. Augen werden zerstört, Köpfe gezielt getroffen. Das Regime setzt nicht nur auf Tod, sondern auf lebenslange Blindheit und Angst.

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Iranische Sicherheitskräfte schießen nach Aussagen mehrerer Ärzte gezielt auf die Augen und Köpfe von Demonstrierenden. Die Verletzungen seien kein Zufall, sondern Teil einer bewussten Strategie, um Protestierende dauerhaft zu entstellen, zu blenden und einzuschüchtern. Das berichten Mediziner aus Teheran, die Hunderte Schwerverletzte behandelt haben.

Nach Angaben eines Augenarztes wurden allein in einem Krankenhaus in Teheran über 400 Schussverletzungen an Augen dokumentiert. Die meisten Betroffenen verloren ihr Augenlicht, viele mussten operativ vollständig erblindet zurückgelassen werden. Die Projektile, häufig Metallpellets aus Schrotflinten, seien gezielt auf das Gesicht abgefeuert worden.

Mehrere Ärzte schildern unabhängig voneinander, dass Sicherheitskräfte sowohl sogenannte weniger tödliche Waffen als auch scharfe Munition einsetzen. In beiden Fällen werde systematisch auf lebenswichtige Körperregionen gezielt. Ein Arzt sagte, man habe dieselbe Methode bereits bei den Protesten 2022 gesehen. Damals seien ebenfalls Augen absichtlich zerstört worden, um Demonstranten dauerhaft zu zeichnen.

Die Proteste begannen Ende Dezember als Reaktion auf die katastrophale wirtschaftliche Lage im Land. Inzwischen fordern sie offen den Sturz der Islamischen Republik. Genau dieser Wandel scheint das Regime zu einer Eskalation getrieben zu haben, die selbst für iranische Verhältnisse eine neue Stufe der Grausamkeit erreicht.

Ein Mediziner beschrieb die Situation in seinem Krankenhaus als Kriegsgebiet. Nach der vollständigen Abschaltung des Internets seien die Zahlen der Verletzten sprunghaft angestiegen. Es fehle an Blutkonserven, an Medikamenten, an Verbandsmaterial. Verletzte würden teilweise auf offenen Fluren oder im Freien behandelt, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt staatlicher Repression. Sicherheitskräfte dringen laut Ärzten regelmäßig in Krankenhäuser ein, um verletzte Demonstranten festzunehmen. Patienten mit Schusswunden würden systematisch registriert. Namen, Ausweisnummern und Kontaktdaten würden erfasst, um sie später verfolgen zu können. Einige Ärzte berichten, dass sie gezwungen seien, Verletzte außerhalb der Kliniken zu versorgen, um deren Verhaftung zu verhindern.

Auch internationale Menschenrechtsorganisationen bestätigen den Verdacht systematischer Verstümmelung. Das in den USA ansässige Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights erklärte, das Regime nutze selbst weniger tödliche Waffen gezielt so, dass sie zu dauerhaften Behinderungen führten. Ziel sei es, Angst zu erzeugen und die Gesellschaft zu terrorisieren.

Die offiziellen Angaben des Regimes sprechen von rund 2000 Todesopfern. Ärzte und Menschenrechtsgruppen halten diese Zahl für massiv untertrieben. Mehrere Mediziner erklärten, die tatsächliche Zahl der Toten und Schwerverletzten sei um ein Vielfaches höher. Einer von ihnen sagte nach seiner Flucht aus dem Land, die international verbreiteten Bilder zeigten nicht einmal einen Bruchteil der Realität, da Informationen systematisch unterdrückt würden.

Augenzeugen berichten zudem von zivil gekleideten Sicherheitskräften, die sich unter Demonstranten mischen und aus kurzer Distanz in den Hinterkopf schießen. In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos, die Schusswechsel, zusammenbrechende Menschen und Leichenansammlungen zeigen. Die Authentizität vieler Aufnahmen lässt sich aufgrund der Kommunikationssperre nicht unabhängig überprüfen, doch ihre Vielzahl und Übereinstimmung zeichnen ein konsistentes Bild.

Das Regime macht für die Proteste weiterhin äußere Feinde verantwortlich. Die Schuld wird den Vereinigten Staaten und Israel zugeschoben. Gleichzeitig droht Teheran mit Eskalation nach außen, während es im Inneren mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgeht. Der oberste Führer Ali Khamenei schweigt zu den Berichten, während die Sicherheitsapparate unbeirrt weitermachen.

Was iranische Ärzte schildern, ist kein Kontrollverlust, sondern Methode. Blindheit statt Tod, Verstümmelung statt Märtyrern. Das Regime versucht, den Widerstand nicht nur zu brechen, sondern sichtbar zu markieren. Jeder erblindete Demonstrant ist eine Warnung an die Gesellschaft.

Doch die Proteste halten an. Trotz Angst, trotz Gewalt, trotz massiver Repression. Die gezielten Schüsse auf Augen und Köpfe zeigen, wie sehr das System fürchtet, was auf den Straßen geschieht. Ein Staat, der seine Bürger blendet, hat längst aufgehört, sich selbst zu sehen.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 14. Januar 2026

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