London feiert den Tod von Chamenei und Iraner danken Israel offen auf der Straße


Hunderte Menschen tanzen, singen und halten israelische und iranische Fahnen nebeneinander. Was sich in London abspielt, ist mehr als eine spontane Feier, es ist ein politisches Signal. Denn unter den Feiernden sind nicht nur britische Juden, sondern auch Iraner selbst, die das Ende des Mannes feiern, der ihr Leben jahrzehntelang bestimmt hat.

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Am Samstagabend verwandelte sich die Golders Green Road im Norden Londons in eine Szene, die noch vor wenigen Tagen unvorstellbar gewesen wäre. Hunderte Menschen versammelten sich im Herzen einer der größten jüdischen Gemeinden Europas, um den Tod des iranischen Machthabers Ali Chamenei zu feiern. Unter ihnen waren zahlreiche iranische Exilanten, die gemeinsam mit jüdischen Bewohnern auf die Straße gingen.

Videos zeigen Menschen, die tanzen, klatschen und singen. Immer wieder erklingt der Ruf Am Israel Chai, ein Satz, der für das Überleben Israels steht. Gleichzeitig sind iranische Protestlieder zu hören, die sich gegen das Regime richten. In den Händen der Teilnehmer wehen israelische und iranische Fahnen nebeneinander. Diese Bilder sind von enormer Bedeutung. Sie zeigen, dass viele Iraner klar zwischen ihrem eigenen Land und der Führung unterscheiden, die es kontrolliert hat.

Eine Teilnehmerin, die in der Gegend lebt, beschreibt den Moment als außergewöhnlich. Die Straße sei vollständig gefüllt gewesen. Autos hätten nicht mehr durchfahren können. Besonders auffällig sei gewesen, dass viele Iraner israelische Fahnen trugen und laut Israel dankten. Einige hätten durch offene Autofenster gerufen, während sie an den Feiernden vorbeifuhren.

In den vergangenen Monaten war ein bestimmter Ort in diesem Viertel zu einem stillen Zentrum der Erinnerung geworden. Eine Wand, an der lange Zeit Bilder israelischer Geiseln hingen, wurde nun von iranischen Demonstranten genutzt, um ihrer eigenen Opfer zu gedenken. Fotos von getöteten Demonstranten wurden aufgehängt, Kerzen angezündet. Diese Wand steht symbolisch für eine gemeinsame Erfahrung von Verlust und Widerstand.

Am folgenden Tag wurde in London eine weitere gemeinsame Kundgebung organisiert. Iranische und jüdische Teilnehmer versammelten sich erneut, um ihre Unterstützung füreinander zu zeigen. Dabei wurde auch die israelische Nationalhymne gespielt, ein Moment, der die emotionale Verbindung zwischen beiden Gruppen deutlich machte.

Diese Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Seit den großen Protesten im Iran im Jahr 2022 stehen viele Iraner im Ausland offen gegen das Regime. Immer wieder kam es zu gemeinsamen Demonstrationen mit jüdischen Gruppen. Nach den Angriffen auf Israel am 7. Oktober erklärten iranische Aktivisten öffentlich ihre Solidarität mit den israelischen Opfern und kritisierten die Unterstützung des Regimes für Terrororganisationen.

Die Szenen aus Golders Green zeigen eine Realität, die oft übersehen wird. Der Konflikt verläuft nicht zwischen Israel und dem iranischen Volk. Viele Iraner sehen Israel nicht als Feind, sondern als Gegner eines Systems, das auch ihr eigenes Leben geprägt und eingeschränkt hat.

Dass Menschen öffentlich feiern, ist Ausdruck von Hoffnung. Hoffnung auf ein Ende der Angst, ein Ende der Unterdrückung und vielleicht auf eine Zukunft, in der Iran und Israel nicht mehr durch Drohungen verbunden sind, sondern durch etwas anderes, das an diesem Abend in London sichtbar wurde: gemeinsame Menschlichkeit.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 1. März 2026

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