London: Junger Israeli nach hebräischem Telefonat brutal angegriffen


Mitten in einem jüdischen Viertel wird ein 22-Jähriger zur Zielscheibe. Allein seine Sprache reicht aus, um Gewalt auszulösen. Der Angriff zeigt, wie real die Gefahr für Juden in Europa geworden ist.

London: Junger Israeli nach hebräischem Telefonat brutal angegriffen
Bildnachweis: Symbolbild / KI

In der britischen Hauptstadt London ist ein 22-jähriger Israeli in der Nacht Opfer eines schweren antisemitischen Angriffs geworden. Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Golders Green, einem bekannten Zentrum jüdischen Lebens. Laut Polizei und Augenzeugen wurde der junge Mann attackiert, nachdem er auf der Straße Hebräisch gesprochen hatte.

Der Angriff geschah gegen zwei Uhr morgens. Der Mann hatte seine Wohnung verlassen, um ein Telefonat zu führen, ohne seine Mitbewohner zu stören. In der Nähe hielten sich fünf maskierte Männer auf, die Arabisch sprachen. Als sie bemerkten, dass der junge Israeli Hebräisch sprach, begannen sie, ihn zu verfolgen. Wenige Sekunden später hatten sie ihn eingeholt.

Was folgte, war gezielte Gewalt. Die Angreifer rissen ihn zu Boden, schleiften ihn über die Straße und schlugen auf ihn ein. Berichten zufolge bildeten mehrere Täter einen Kreis um ihr Opfer und traten wiederholt auf ihn ein. Der junge Mann versuchte, sich zu schützen, während er die Augen schloss und auf ein Ende der Attacke hoffte. Später sagte er, er habe in diesem Moment geglaubt, nicht zu überleben.

Die Täter beschimpften ihn während der Tat und zerstörten Teile seiner Kleidung. Sie nahmen ihm sogar einen Schuh ab, bevor sie flüchteten. Ein Anwohner hörte die Schreie und alarmierte die Polizei, doch die Angreifer konnten entkommen.

Die Metropolitan Police stuft den Vorfall als antisemitisches Hassverbrechen ein. Ermittler suchen derzeit nach den fünf Tätern. Unterstützung erhält das Opfer von der Community Security Trust, die jüdische Gemeinden in Großbritannien schützt und dokumentiert.

Der Angriff ist kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen kam es in London zu mehreren Vorfällen, die als antisemitisch eingestuft wurden. Erst kürzlich suchte die Polizei nach einem Mann, der öffentlich zur Gewalt gegen Juden aufgerufen hatte. In Golders Green selbst wurden zuvor bereits Menschen bei einem Messerangriff schwer verletzt. Auch Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen wurden gemeldet.

Diese Entwicklung zeigt eine beunruhigende Realität. Für viele Juden in Europa ist Antisemitismus keine abstrakte Gefahr mehr, sondern Teil des Alltags. Es reicht, eine Sprache zu sprechen, ein Symbol zu tragen oder einfach als jüdisch wahrgenommen zu werden.

Der Angriff in London macht deutlich, wie schnell aus Worten Gewalt werden kann. Wer glaubt, dass antisemitischer Hass nur im Internet existiert, wird hier eines Besseren belehrt. Die Straße ist längst wieder ein Ort geworden, an dem Juden um ihre Sicherheit fürchten müssen.

Die Ermittlungen laufen. Doch unabhängig vom Ausgang bleibt ein Eindruck: Die Hemmschwelle ist gesunken. Und das hat Konsequenzen weit über diesen einen Fall hinaus.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 19. Mai 2026

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