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Uber-Fahrer setzt jüdischen Betreuer und Kind nachts aus: Ermittlungen in England


Ein jüdischer Betreuer und ein minderjähriger Teilnehmer eines Sommerlagers wurden nach einer Diskussion über Israel aus einem Uber-Fahrzeug verwiesen. Polizei und Unternehmen ermitteln. Der Fall wirft erneut ein grelles Licht auf den Alltag jüdischer Menschen in Großbritannien.

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Was sich in den frühen Morgenstunden im ländlichen Staffordshire ereignete, ist mehr als ein Streit zwischen Fahrgast und Fahrer. Es ist ein Moment, in dem antisemitische Grenzüberschreitungen ganz konkret wurden. Ein Betreuer eines jüdischen Jugendlagers und ein Kind mussten gegen 3 Uhr morgens ein Fahrzeug verlassen, nachdem der Fahrer das Gespräch gezielt auf Religion und Israel gelenkt hatte und die Situation eskalierte.

Nach Angaben der Polizei von Staffordshire wurden die beiden Fahrgäste auf einer Landstraße bei Cheadle abgesetzt. Die Beamten bestätigten, dass der Fahrer „einen Mann und ein Kind nach einer Unterhaltung über Religion aufforderte, das Fahrzeug zu verlassen“. Die Ermittlungen laufen. Hinweise deuten darauf hin, dass der Fahrer während des Wortwechsels zunehmend aggressiv wurde.

Besonders schwer wiegt der Kontext. Der Betreuer war mit dem Kind unterwegs, nachdem dieses zuvor medizinisch versorgt worden war. Statt einer sicheren Rückfahrt zum Camp endete die Fahrt im Dunkeln, fernab belebter Orte. Erst mithilfe weiterer Betreuer gelangten beide unversehrt zurück.

Die jüdische Jugendbewegung Bnei Akiva sprach in einer Mitteilung von einem „inakzeptablen Vorfall“, der mit „maximaler Ernsthaftigkeit“ behandelt werde. Man arbeite eng mit der Polizei sowie mit dem Community Security Trust zusammen, um die Hintergründe aufzuklären und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

Der Community Security Trust nannte den Vorfall „beschämend“. Dass ein Kind betroffen ist, verleiht dem Geschehen eine zusätzliche Dimension. Es geht nicht um politische Debatten, sondern um Sicherheit, Verantwortung und elementaren Schutz. Wenn eine Diskussion über Israel ausreicht, um Menschen nachts aus einem Fahrzeug zu werfen, dann ist eine Grenze überschritten.

Uber bestätigte, eine interne Untersuchung eingeleitet zu haben. Eine Sprecherin erklärte, das geschilderte Verhalten widerspreche klar den Unternehmensgrundsätzen. Man prüfe den Fall mit hoher Priorität.


Der Vorfall fügt sich ein in eine Serie von Ereignissen, bei denen jüdische oder israelische Menschen in Europa wegen ihrer Identität ausgegrenzt oder bedroht wurden. Oft beginnt es mit „Gesprächen“, mit scheinbar harmlosen Fragen zu Religion oder Politik. Doch immer häufiger kippen diese Situationen in offene Feindseligkeit.

Dass dies in einem Land geschieht, das sich gern als tolerant und pluralistisch versteht, macht den Fall nicht kleiner. Im Gegenteil. Er zeigt, wie schnell sich gesellschaftliche Spannungen in konkrete Gefahren verwandeln können – gerade dann, wenn Israel zum Auslöser gemacht wird.

Die Ermittlungen werden klären müssen, ob strafrechtliche Schritte folgen. Unabhängig davon bleibt ein bitterer Befund: Jüdische Familien und Kinder sollen sich sicher fühlen können. Auf jeder Straße. Zu jeder Uhrzeit.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Entering Warwickshire by JThomas, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123415119

Artikel veröffentlicht am: Montag, 5. Januar 2026

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