8 Euro für offenen Judenhass – wie ein Israeli in Bosnien aus dem Hostel geworfen wurde


Ein junger Israeli wurde in Bosnien vor verschlossenen Türen stehen gelassen – nicht wegen seines Benehmens, sondern einzig wegen seiner Herkunft. Der Fall in Mostar zeigt, wie alltäglich offener Judenhass in Europa geworden ist.

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Es klingt wie eine Szene aus dunklen Zeiten, doch sie ereignete sich im August 2025 mitten in Europa: Der israelische Tourist Ofek Levy, unterwegs in der bosnischen Stadt Mostar, wurde an der Tür seines gebuchten Hostels schlicht abgewiesen. Der Grund war nicht fehlendes Geld, keine Überbuchung oder eine Verwechslung – sondern einzig seine Nationalität.

Levy hatte über die Plattform Booking.com ein Zimmer im „Guest Hostel DADA“ reserviert. Als er dort ankam, öffnete die Besitzerin die Tür nur einen Spalt breit, fragte nach seiner Herkunft und wies ihn dann schroff ab. „Ich nehme dich nicht auf, such dir ein anderes Hostel“, sagte sie – und schloss die Tür. Für Levy blieb nichts außer Fassungslosigkeit, Demütigung und die Erfahrung, dass in Europa wieder ganz offen selektiert wird, wer als Jude willkommen ist und wer nicht.

Dass eine internationale Buchungsplattform wie Booking.com in dieser Situation nur eine Rückerstattung von acht Euro vornahm und keine alternative Unterkunft anbot, verstärkt den Skandal. Levy nannte das Vorgehen absurd – und er hat recht. Wer eine große Plattform nutzt, muss sich auf Mindeststandards verlassen können: Sicherheit, Fairness und vor allem Schutz vor offener Diskriminierung.

Hier geht es nicht nur um einen Einzelfall. Der Vorfall in Mostar zeigt, wie salonfähig Antisemitismus in Teilen Europas geworden ist. Ein Land, das sich um Touristen bemüht, duldet, dass jüdische Reisende vor verschlossenen Türen stehen, bloß weil sie aus Israel stammen. So etwas darf niemanden kaltlassen. Es ist eine Demütigung, die nicht nur Levy, sondern das Selbstverständnis eines ganzen Kontinents trifft.

Was besonders erschreckt: Die Szene erinnert fatal an eine Praxis, von der man glaubte, sie gehöre der Vergangenheit an – „Juden unerwünscht“. Doch das ist kein Kapitel aus Geschichtsbüchern, sondern Realität im Jahr 2025. Wer in Europa durch Nationalität oder Religion so behandelt wird, erlebt ein Klima, das Terrorgruppen wie die Hamas in ihrem Hass auf Juden bestärkt. Wer Menschen aus Israel ausgrenzt, unterstützt indirekt die Ideologie jener, die jüdisches Leben vernichten wollen.

Die Reaktion von Booking.com ist dabei mehr als ein Nebenschauplatz. Wenn Konzerne bei offener Diskriminierung wegsehen oder sie mit ein paar Euro „abgelten“, senden sie das Signal: Judenhass ist hinnehmbar, solange er nur die „falschen“ Gäste trifft. Nötig wäre das Gegenteil: ein konsequentes Vorgehen, Sperrung solcher Unterkünfte und klare Schutzmechanismen für Betroffene.

Mostar, bekannt für seine Brücke als Symbol des Zusammenlebens, hat nun ein anderes Symbol gesetzt: das Bild eines jüdischen Touristen, der vor verschlossenen Türen steht. Es ist ein Bild der Schande.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 31. August 2025

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