Offener Antisemitismus in Neapel: Hotel weist Israelin wegen Herkunft ab


Eine israelische Touristin wollte in Neapel Urlaub machen – und wurde vom Hotel nur unter der Bedingung akzeptiert, dass sie sich gegen die Politik ihrer Regierung ausspricht und erklärt, nie in Gaza gedient zu haben. Was wie eine groteske Farce klingt, ist in Wahrheit ein handfester Skandal: ein Fall von blankem Antisemitismus mitten in Europa.

haOlam-News.de - Nachrichten aus Israel, Deutschland und der Welt.

Shir, eine junge Israelin, plante eine Reise nach Süditalien. Statt einer gewöhnlichen Buchungsbestätigung bekam sie vom „Don Pedro Rooms Vicerè di Toledo“ eine Botschaft, die in einem Rechtsstaat keinen Platz haben dürfte. Man werde sie nur aufnehmen, wenn sie schriftlich garantiere, die israelische Regierung nicht zu unterstützen und nicht am Einsatz in Gaza beteiligt gewesen zu sein. Falls sie dies nicht zusichern könne, werde die Buchung storniert.

Eine solche Forderung bedeutet nichts anderes, als dass Juden aus Israel im Herzen Europas politisch „gesäubert“ werden sollen, bevor sie ein Hotelzimmer betreten dürfen. Das ist nicht nur Diskriminierung, es ist ein Angriff auf die Grundrechte – und eine gefährliche Normalisierung von Antisemitismus unter dem Deckmantel vermeintlicher „Kritik“ an Israel.

Shir selbst spricht von „schwerer Diskriminierung“ und davon, sich als Israelin im Ausland zunehmend unsicher zu fühlen. Dass ein Hotel in einer EU-Stadt Reisende nach ihrer Haltung zur israelischen Regierung fragt, erinnert an dunkle Kapitel der europäischen Geschichte, in denen Juden schon einmal gezwungen wurden, sich zu rechtfertigen – nicht für ihre Taten, sondern für ihre bloße Identität.

Es handelt sich nicht um einen Einzelfall. Schon in Sizilien verweigerte kürzlich ein anderes Hotel Israelis den Aufenthalt. Die Plattform Booking.com sah sich gezwungen, einzuschreiten und die Unterkunft von der Seite zu nehmen. Doch der Trend zeigt: Der Nahostkonflikt wird missbraucht, um Menschen jüdischer Herkunft in Europa öffentlich anzugreifen und auszugrenzen.

Die EU hat ein klares Antidiskriminierungsrecht. Wer in Europa geschäftlich tätig ist, darf niemanden wegen seiner Nationalität oder politischen Zugehörigkeit ausschließen. Dass dies dennoch geschieht, zeigt nicht nur Versagen einzelner Hoteliers, sondern auch ein Klima, in dem israelfeindliche Ressentiments gesellschaftsfähig geworden sind.

Was hier in Neapel passiert ist, darf nicht als Kuriosität abgetan werden. Es ist ein Signal: Israelhass findet längst nicht mehr nur auf Demonstrationen statt, sondern greift in das alltägliche Leben über. Wer heute als Israeli in Europa reist, muss fürchten, nicht mehr als Mensch, sondern nur noch als politisches Symbol behandelt zu werden.

Wenn Hotels anfangen, Gesinnungstests für Juden zu fordern, dann ist eine rote Linie überschritten. Europa sollte das nicht hinnehmen – und Italien ist gefordert, diesem Skandal sofort nachzugehen.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 30. August 2025

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.

Weitere interessante Artikel

Newsletter