4 Tote nach Raketentreffer in Haifa geborgen: Weitere Vermisste unter Trümmern
Ein direkter Einschlag erschüttert Haifa und fordert erstmals in diesem Ausmaß Todesopfer in einem Wohnhaus. Die Rettungskräfte kämpfen weiter gegen die Zeit.

Nach dem iranischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude in Haifa haben Einsatzkräfte 4 Tote aus den Trümmern geborgen. Die Leichen wurden nach stundenlangen Rettungsarbeiten entdeckt.
Das siebenstöckige Gebäude wurde durch den Einschlag schwer beschädigt und droht teilweise einzustürzen. Unter den zunächst Vermissten befanden sich auch ein Kind sowie ältere Bewohner. Bislang wurden die Identitäten der Opfer nicht veröffentlicht.
Mehrere Verletzte wurden bereits am Vortag geborgen. Ein über 80-jähriger Mann schwebt weiterhin in ernstem Zustand, nachdem er aus den Trümmern gerettet und operiert wurde. Weitere Bewohner, darunter ein Säugling, erlitten leichtere Verletzungen oder mussten wegen Schock behandelt werden.
Rakete traf Sprengkopf detonierte nicht
Besonders auffällig ist ein technischer Aspekt des Angriffs. Nach ersten Untersuchungen explodierte der Sprengkopf der Rakete beim Einschlag nicht. Stattdessen verursachte allein die enorme Aufprallenergie den Einsturz mehrerer Stockwerke.
Diese Tatsache macht die Zerstörung umso eindrücklicher. Wäre der Sprengkopf detoniert, hätte die Explosion das gesamte Gebäude und wahrscheinlich auch umliegende Häuser vollständig zerstört. Rettungskräfte gehen davon aus, dass die Opferzahl dann deutlich höher gewesen wäre.
Aus Sicherheitsgründen wurden umliegende Gebäude evakuiert. Sprengstoffexperten arbeiten weiterhin daran, die Lage zu sichern und mögliche Risiken auszuschließen.
Zweiter Angriff in der Nacht
Während die Rettungsarbeiten noch liefen, wurde Haifa erneut Ziel eines iranischen Angriffs. Dieses Mal kam offenbar ein Gefechtskopf mit Streumunition zum Einsatz.
Die Explosion verteilte mehrere kleinere Sprengkörper über ein größeres Gebiet. Vier Menschen wurden leicht verletzt, darunter zwei Kinder. Brände brachen aus, Fahrzeuge wurden beschädigt oder umgeworfen.
Auch im Zentrum Israels gab es in der Nacht Alarm. Millionen Menschen mussten erneut Schutzräume aufsuchen. Eine 90-jährige Frau wurde schwer verletzt, nachdem sie auf dem Weg in einen Schutzraum gestürzt war.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar hat Iran mehr als 500 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. Mindestens 14 dieser Raketen trafen dicht besiedelte Gebiete direkt und verursachten erhebliche Schäden.
Hinzu kommen zahlreiche Angriffe mit Streumunition, die über große Flächen verteilt wirkt und die Zahl der Einschlagsorte stark erhöht. Insgesamt wurden bereits über 200 einzelne Einschlagspunkte registriert.
Die Zahl der Todesopfer steigt damit weiter. Mindestens 18 Zivilisten sowie ausländische Staatsbürger wurden bislang in Israel getötet.
Der Angriff auf Haifa steht exemplarisch für die aktuelle Phase des Krieges. Trotz funktionierender Luftabwehr gelingt es einzelnen Raketen, durchzudringen. Und jeder dieser Treffer hat das Potenzial, verheerende Folgen zu haben.
Die Rettungskräfte arbeiten weiter unter Hochdruck. Für die Familien der Vermissten zählt jetzt jede Minute.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Magen David Adom
Artikel veröffentlicht am: Montag, 6. April 2026