Berlinale Pressekonferenz: Channing Tatum gerät in Gaza Debatte und ein Ruf durchbricht die Inszenierung


Ein Hollywoodstar reist nach Berlin, um über Kunst zu sprechen. Doch plötzlich geht es nicht mehr um Film, sondern um Israel, Terror und Verantwortung. Und ein einziger Zwischenruf verändert den gesamten Raum.

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Channing Tatum hatte Berlin besucht, um seinen neuen Film zu präsentieren. Es sollte ein routinierter Auftritt sein, ein Termin wie viele andere in einer langen Karriere. Doch auf der Pressekonferenz wurde aus der Promotion ein politischer Moment, der zeigt, wie sehr Israel inzwischen selbst dort zum Angriffsziel geworden ist, wo es eigentlich um Kultur gehen sollte.

Eine Journalistin stellte eine scheinbar einfache Frage. Sie wollte wissen, ob Tatum bereit sei, einen offenen Brief zu unterzeichnen, in dem dem Filmfestival vorgeworfen wird, zum Gaza Konflikt zu schweigen. Der Brief selbst geht weiter. Er beschuldigt Israel schwerster Verbrechen und fordert kulturelle Institutionen auf, sich offen gegen den jüdischen Staat zu positionieren.

Tatum reagierte sichtbar unsicher. Er sah sich um, suchte nach Orientierung und antwortete schließlich, er wisse nicht genau, was gerade geschehe. Dieser Moment der Unsicherheit war mehr als nur eine persönliche Reaktion. Er zeigte, wie sehr selbst internationale Stars plötzlich in eine politische Konfrontation gezwungen werden, für die sie weder vorbereitet noch verantwortlich sind.

Dann geschah etwas, das die gesamte Situation veränderte.

Ein anderer Journalist rief laut in den Raum, man solle nach der Hamas fragen. Er sagte, das Geschehen in Gaza sei nicht vom Himmel gefallen. Es war ein kurzer Satz, aber er brachte eine Wahrheit zurück, die in vielen dieser Diskussionen bewusst ausgeblendet wird. Der Krieg begann nicht aus dem Nichts. Er begann mit einem Massaker an israelischen Zivilisten am 7 Oktober. Männer, Frauen und Kinder wurden ermordet, entführt und verschleppt.

Plötzlich war die politische Inszenierung gestört.

Tatum selbst wirkte weiter überfordert. Er stammelte, er habe die Frage zunächst nicht verstanden und wolle nun weitermachen. Die Moderation griff ein und lenkte die Pressekonferenz zurück zum Film. Doch der Schaden war bereits entstanden.

In sozialen Netzwerken begann sofort eine Kampagne. Nutzer griffen den Schauspieler an, weil er sich nicht klar gegen Israel positionierte. Einige forderten offen zum Boykott seiner Filme auf. Andere warfen ihm moralisches Versagen vor.

Diese Reaktion offenbart eine tiefere Entwicklung. Es geht längst nicht mehr um Diskussion oder Dialog. Es geht um Loyalitätsbekundungen. Wer nicht aktiv gegen Israel Stellung bezieht, wird selbst zum Ziel.

Dabei hatte Tatum bereits zuvor Mitgefühl für palästinensische Zivilisten geäußert, ohne politisch Stellung zu beziehen. Er erklärte selbst, dass er nicht genug über den Konflikt wisse, um sich politisch zu äußern. Diese Ehrlichkeit hätte eigentlich Respekt verdient. Stattdessen wurde sie als Angriffspunkt genutzt.

Der offene Brief, um den es ging, wurde von zahlreichen prominenten Filmschaffenden unterzeichnet. Darin wird Israel offen beschuldigt und das Festival aufgefordert, sich politisch zu positionieren. Die Hamas und ihr Terror werden in diesem Zusammenhang nicht erwähnt.

Genau das ist der Kern des Problems.

Der Terror, der diesen Krieg ausgelöst hat, wird verdrängt. Die Verantwortung wird verschoben. Und selbst Filmfestivals werden zu Bühnen eines politischen Kampfes gegen Israel.

Für Israel ist das keine abstrakte Debatte. Es ist die Realität eines Staates, der sich verteidigen musste, nachdem seine Bevölkerung angegriffen wurde. Die Forderung, Israel zu verurteilen, ohne den Terror zu benennen, bedeutet letztlich, dem Land sein grundlegendes Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen.

Die Szene mit Channing Tatum ist deshalb mehr als nur ein peinlicher Moment. Sie ist ein Spiegel der Zeit. Ein Spiegel einer Kultur, in der Israel nicht als Staat unter Bedrohung gesehen wird, sondern als Ziel politischer Kampagnen.

Und ein Spiegel einer Realität, in der ein einzelner Zwischenruf ausreicht, um die Wahrheit wieder hörbar zu machen.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America - Channing Tatum, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61416095

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 22. Februar 2026

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